Ein Mann aus Villach berichtet: Therapie hat Leben verändert
Ein 41‑jähriger Villacher hat öffentlich über seine Vergangenheit mit körperlicher und verbaler Gewalt in Partnerschaften gesprochen und schildert, wie eine professionelle Therapie sein Verhalten grundlegend verändert hat. Die Darstellung des Mannes, dessen Name in lokalen Berichten genannt wird, bietet eine ungewöhnliche Perspektive: nicht die der Opfer, sondern die des Täters, der Verantwortung übernimmt und andere Männer zur Hilfe ermutigt.
Der Betroffene berichtet, dass die Gewalt sich gegen zwei Frauen richtete – seine frühere Partnerin und seine derzeitige Lebensgefährtin. Er beschreibt die Übergriffe als impulsiv und nicht geplant; erst durch die Therapie habe er verstanden, welche inneren Prozesse ihn zu diesen Reaktionen führten. Besonders problematisch seien Situationen gewesen, in denen er Kritik oder Abwertung empfand: seine Psyche sei dann in einer Art Kampfbereitschaft gewesen, die zu unangemessenen Aggressionen führte.
„Ich war zwei Frauen gegenüber gewalttätig – meiner Ex‑Freundin und auch meiner jetzigen Lebensgefährtin.“
Der Mann berichtet weiter von persönlichen Erfahrungen, die seine Gewaltbereitschaft mitprägten: In der Kindheit habe er zwar zuhause keine Gewalt erlebt, wohl aber jahrelang Opfer von Mobbing und körperlichen Übergriffen in der Schule geworden sein. Diese Erlebnisse sowie spätere Tätigkeiten als Türsteher, in denen Gewalt öfter Teil des Alltags war, hätten Verhaltensmuster verstärkt. Rückblickend erkenne er, dass sich daraus ein Muster aufgebaut habe: In akuten Momenten habe er die andere Person nicht mehr als Partnerin wahrgenommen.
Wendepunkt und Appell
Als Auslöser für eine nachhaltige Veränderung nennt er einen Vorfall, nach dem seine Lebensgefährtin ihn angezeigt und es zu einer Wegweisung sowie zu einer verpflichtenden Gewaltpräventionsberatung gekommen sei. Diese Maßnahmen, kombiniert mit eigener Einsicht und Therapie, hätten den entscheidenden Einschnitt gebracht. Heute sieht er die Therapie als zentrale Hilfe und spricht Männern Mut zu, professionelle Unterstützung anzunehmen, statt in Verdrängung zu verharren.
- Alter: 41 Jahre
- Beteiligte: zwei betroffene Frauen (Ex‑Freundin, jetzige Lebensgefährtin)
- Auslöser der Veränderung: Anzeige, Wegweisung und verpflichtende Gewaltpräventionsberatung
- Ziel des Appells: Männer dazu zu bewegen, sich professionelle Hilfe zu holen
Für die lokale Öffentlichkeit in Villach hat die Schilderung eine doppelte Bedeutung: Sie macht einerseits das Problem von Partnerschaftsgewalt und dessen Ursachen sichtbar, andererseits zeigt sie, dass Interventionen wie Wegweisungen und verpflichtende Beratungen wirksam werden können. Die Darstellung unterstreicht die Rolle von Prävention, Therapieangeboten und rechtlichen Maßnahmen als miteinander verzahnte Instrumente, um Wiederholungstaten zu verhindern.
| Aspekt | Angaben aus dem Bericht |
|---|---|
| Persönliche Vorgeschichte | Mobbing in der Schule, Tätigkeit als Türsteher |
| Art der Gewalt | körperlich und verbal, impulsiv |
| Konsequenzen | Anzeige, Wegweisung, verpflichtende Gewaltpräventionsberatung |
| Aktueller Stand | Therapie abgeschlossen/fortlaufend, Aufruf zur Hilfe |
Für Betroffene von Gewalt sowie deren Angehörige bleibt wichtig: Unterstützungs- und Beratungsangebote sind vorhanden; rechtliche Schritte wie Wegweisungen dienen dem Schutz. Die Offenheit eines ehemaligen Täters kann dazu beitragen, Schambarrieren zu durchbrechen und Männer zu ermutigen, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zugleich ist klar, dass das Interesse der Öffentlichkeit vor allem den Opfern gilt und deren Schutz Priorität hat.
Die Schilderung aus Villach trägt zu einer differenzierten öffentlichen Debatte bei: Sie zeigt, wie persönliche Biografien, berufliche Erfahrungen und gesellschaftliche Normen zu Gewaltausübung beitragen können – und wie gerichtete Interventionen und therapeutische Arbeit Wege aus der Gewaltspirale eröffnen können.