Die Stadt Villach hat kurz vor dem Beginn des traditionsreichen Kirchtags das bestehende Sicherheitskonzept, das zuletzt 2015 aktualisiert worden war, grundlegend überarbeitet. Für die 81. Auflage des Festes wurde das Papier gemeinsam mit Behörden und Einsatzorganisationen an aktuelle Risiken angepasst. Verantwortlich für die Überarbeitung war der Sicherheitsexperte Herbert Wagner, der bereits Großveranstaltungen wie den Song Contest und das Donauinselfest begleitete.
Neue Struktur: Einsatzzentrale und Live‑Beobachtung
Kernthema der Maßnahmen ist die Einrichtung einer ständig besetzten Einsatzzentrale am Hans‑Gasser‑Platz. Von dort sollen Lagebilder erstellt und Entscheidungen rasch getroffen werden. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Management von Personenströmen: In Spitzenzeiten kommen in der Innenstadt große Menschenmengen zusammen, weshalb ein sogenanntes Crowd‑Management eingeführt wird, um Ströme zu beurteilen und zu lenken.
Zur Unterstützung dieser Arbeit wird eine Videoüberwachung installiert, über die Engstellen und Stauungen frühzeitig erkannt und Einsätze gezielt veranlasst werden können. Wagner erläuterte die Funktion so prägnant:
„Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber wir wollen für die bestmögliche Sicherheit sorgen.“
Weitere Maßnahmen und praktische Folgen
- Erweiterte Sicherheitsbeleuchtung, ergänzt durch Notstromaggregate, um Ausfälle zu vermeiden.
- Fahrverbot innerhalb der Veranstaltungszone ab 16.00 Uhr, um Zufahrten zu kontrollieren.
- Verstärktes Augenmerk auf Brandschutz: Lagerung von Paletten/Kartons, entflammbare Dekorationen, Ausschilderung von Fluchtwegen und Notausgängen.
- Ergänzende Warnmittel wie der AT‑Alert für Unwetterinformationen zusätzlich zu Lautsprecherdurchsagen.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, Einsatzzeiten zu verkürzen und Gefährdungslagen früher zu entschärfen. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das konkret: erhöhte Präsenz von Sicherheitspersonal, verstärkte Beschilderung und mögliche Wegleitungen während Stoßzeiten. Anlieferungen und Zufahrten zum Veranstaltungsbereich sind nachmittags eingeschränkt.
| Maßnahme | Erwarteter Nutzen |
|---|---|
| Ständig besetzte Einsatzzentrale | Schnellere Koordination und Anforderung von Kräften |
| Videoüberwachung / Crowd‑Management | Erkennen von Engstellen, gezielte Personalensteuerung |
| Ausbau Beleuchtung & Notstrom | Sicherer Betrieb auch bei Stromausfall |
Finanzielle Angaben im Zusammenhang mit den Maßnahmen wurden mit einem Betrag von 220.000 Euro in der Präsentation genannt. Konkrete Einsatzpläne und detaillierte Zeitfenster für Wegleitungen sollen von der Stadt noch kommuniziert werden.
Für die Bevölkerung und Gäste bleibt als wichtigste Empfehlung: auf Durchsagen, Beschilderung und Anweisungen des Sicherheitspersonals achten, geplante Anlieferungen rechtzeitig abstimmen und die Sperrzeiten für Zufahrten beachten. Die Stadt betont, dass mit dem neuen Konzept eine bestmögliche Sicherheitslage angestrebt wird, auch wenn vollständige Sicherheit nicht garantierbar ist.