In Deutschlandsberg wurden in der Nacht auf Donnerstag drei Heiligenfiguren an der Außenwand der Stadtpfarrkirche beschädigt. Die aus Holz gefertigten Figuren der Kreuzigungsgruppe – Maria, Johannes und Maria Magdalena – lagen am Morgen am Boden, nachdem sie offenbar aus ihrer Wandhalterung gerissen und vom Podest geworfen worden waren.
Art und Umfang der Beschädigung
Durch den Aufprall sind insbesondere Köpfe und Arme der Skulpturen in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach Angaben von István Holló, Leiter des Seelsorgeraums Schilcherland, handelt es sich um historische Arbeiten aus der Zeit um 1780, die bereits 2013 einer umfangreichen Sanierung unterzogen worden waren. Die damaligen Restaurierungsarbeiten kosteten rund 9.000 Euro. Wie hoch der aktuelle Schaden ist, müsse ein Restaurator erst prüfen.
Ermittlungen und Hinweise
Die Polizeiinspektion Deutschlandsberg hat Ermittlungen wegen schwerer Sachbeschädigung aufgenommen. Sie bittet die Bevölkerung um Mithilfe und nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 059 133/6100 entgegen. Der Seelsorgeraumleiter veröffentlichte den Vorfall zusätzlich auf Facebook; das Posting wurde binnen kurzer Zeit vielfach geteilt.
„Es ist traurig. Wir leben in einer Zeit, in der wir so viel über Toleranz reden und dann zerstört jemand etwas, das einem anderen heilig ist“, sagte der Seelsorgeraumleiter.
Bedeutung für die Gemeinde
Die beschädigten Figuren sind nicht nur sakrales Inventar, sondern Teil des kulturellen und historischen Erbes der Stadt. Neben dem materiellen Wert (bereits belegte Restaurierungskosten) ist vor allem der ideelle Verlust für die Pfarrgemeinde und die Bevölkerung spürbar. Die Tat hat in der Region Betroffenheit ausgelöst, weil es sich um Objekte handelt, die seit rund zwei Jahrhunderten öffentlich sichtbar sind und Teil des Stadtbilds sind.
- Betroffene Objekte: Drei Holzfiguren der Kreuzigungsgruppe (Maria, Johannes, Maria Magdalena)
- Alter: circa 1780
- Frühere Restaurierung: 2013, Kosten rund 9.000 Euro
- Polizei-Kontakt: Polizeiinspektion Deutschlandsberg, 059 133/6100
Praktische Hinweise
Wer in der Nacht zwischen Mittwoch, 22.00 Uhr, und Donnerstag, 6.30 Uhr Beobachtungen gemacht hat oder Videoaufnahmen (z. B. von Überwachungskameras oder Dashcams) besitzt, wird gebeten, diese Informationen der Polizei weiterzugeben. Für die bevorstehende Begutachtung durch einen Restaurator ist außerdem wichtig, die beschädigten Teile möglichst unverändert zu belassen, damit eine sorgfältige Expertise und, falls möglich, Wiederherstellung vorgenommen werden kann.
| Tatzeit | Zwischen 22.00 Uhr (Mi.) und 6.30 Uhr (Do.) |
|---|---|
| Ort | Außenwand der Stadtpfarrkirche Deutschlandsberg |
| Polizei | Polizeiinspektion Deutschlandsberg, 059 133/6100 |
Die Ermittlungen laufen. Ob und in welchem Umfang die Figuren restauriert werden können, hängt von der Begutachtung durch Fachleute ab. Für die Gemeinde bleibt in jedem Fall die Frage, wie öffentliche Sakralkunst künftig besser geschützt werden kann, ohne den offenen Charakter des Kirchenumfelds zu verlieren.