Unklare Lage kurz vor dem Kirchtag
Ob beim heurigen Kirchtagsumzug in Villach wieder Pferde mitlaufen dürfen, ist weiterhin nicht entschieden. Bei einer Pressekonferenz zum von einem externen Sicherheitsexperten vorgestellten Konzept blieben zentrale Fragen offen. Das vorgestellte Sicherheitskonzept hat einen Preis, den die Stadtspitze mit etwa 220.000 Euro beziffert hat; konkrete Festlegungen zu den Pferden und deren Beteiligung am Umzug sind hingegen noch offen.
Was bisher bekannt ist
Der Wiener Sicherheitsexperte Herbert Wagner präsentierte das Konzept; an der Konferenz nahm außerdem die Vizebürgermeisterin Gerda Sandrisser (SPÖ) teil. Juristisch kommentierte Alfred Winkler die Anforderungen an den Umgang mit Pferden: Statt individueller psychologischer Gutachten für jedes einzelne Tier sei nun offenbar ein gemeinsames Gutachten für alle am Umzug teilnehmenden Pferde vorgesehen. Dieses Gutachten müsse bestätigen, dass von den Pferden keine Gefahr für die Besucherinnen und Besucher ausgehe.
„Die Pferde werden es als erster erfahren.“
Das Zitat macht deutlich, dass die endgültige Entscheidung unmittelbar bevorsteht. Laut bisheriger Kalkulation hätten psychologische Begutachtungen ursprünglich rund 2.000 Euro pro Tier gekostet – bei zwölf Pferden wären das 24.000 Euro gewesen. Mit der neuen Regelung sinke dieser Betrag deutlich und falle im Gesamtkontext des Sicherheitskonzeptes kaum ins Gewicht.
- Expertengutachten: Statt zwölf Einzelgutachten nun offenbar ein gemeinsames Gutachten für alle Pferde.
- Kostenrahmen: Insgesamt veranschlagte Kosten des Sicherheitskonzepts: circa 220.000 Euro.
- Entscheidungszeitpunkt: Die Frage über die Teilnahme der Pferde soll in der kommenden Woche geklärt werden.
Konfliktlinien und praktische Folgen
Die Debatte hat unterschiedliche Interessenlagen sichtbar gemacht: Einerseits steht die Wahrung einer jahrzehntelangen Tradition – Pferde sind seit vielen Jahren Teil des Umzugs – im Raum. Andererseits ist die Sicherheit der tausenden Besucherinnen und Besucher ein zentrales Anliegen der Behörden. Aus dem Teilnehmerkreis wurde zudem verlautbart, dass die Bauernschaft nicht bereit sei, zusätzliche Kosten für Spezialpersonen wie einen sogenannten „Pferdeflüsterer" zu übernehmen. Damit drohen organisatorische und finanzielle Spannungen zwischen Veranstaltern und Teilnehmenden.
Was das für die Bevölkerung in Villach bedeutet
Für Anrainerinnen und Anrainer sowie Gäste des Kirchtags sind zwei Aspekte wichtig: Zum einen die Veranstaltungssicherheit — die Maßnahmen sollen Risiken verringern und einen geordneten Ablauf gewährleisten. Zum anderen geht es um den Erhalt regionaler Brauchtumspraxis. Sollte eine Teilnahme der Pferde untersagt oder stark eingeschränkt werden, würde das den Ablauf und das Erscheinungsbild des Umzugs verändern. Besucherinnen und Besucher sollten sich in den Tagen vor dem Kirchtag über die endgültigen Entscheidungen und mögliche Änderungen im Ablauf informieren.
| Posten | Vorher | Neu/aktuell |
|---|---|---|
| Psychologische Gutachten | 12 Gutachten x 2.000 € = 24.000 € | Ein gemeinsames Gutachten für alle Pferde (Kosten deutlich geringer) |
| Gesamtkosten Sicherheitskonzept | — | ca. 220.000 € |
Entscheidend ist nun das Treffen der verantwortlichen Gremien in der kommenden Woche. Bis dahin bleiben Details offen; betroffene Vereine und Besucherinnen und Besucher sollten die offiziellen Bekanntmachungen der Stadt Villach verfolgen, um kurzfristige Änderungen nicht zu verpassen.