Landesregierung setzt auf Personalaufbau und pädagogische Schwerpunkte
Bei der #halbzeit-Pressekonferenz am 28. Juli in Wolkenstein fasste Landesrat Daniel Alfreider die Maßnahmen zur Weiterentwicklung der ladinischen Bildung zusammen. Die Landesverwaltung betont, Bildung habe hohen Stellenwert: Trotz eines demografisch bedingten Rückgangs bei den Kindern werden personelle Kapazitäten erhöht und in pädagogische Konzepte investiert.
Wesentliche Fakten
- Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in ladinischen Kindergärten und Schulen sank in den letzten zehn Jahren von 3.172 auf 2.904 (etwa −8 %).
- Gleichzeitig wurde das Personal in diesem Zeitraum von 413 auf 431 Mitarbeitende erhöht (+4 %).
- Für das vergangene Schuljahr wurden 11 zusätzliche Stellen geschaffen, für das kommende Schuljahr sind weitere 5 Stellen genehmigt worden.
Was die Landesdirektion plant
Landesdirektor Heinrich Videsott und sein Team präsentierten mehrere strategische Dokumente, die als Orientierung für die pädagogische Arbeit dienen sollen. Die Schwerpunkte liegen auf:
- der Schaffung zusätzlicher Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche im schulischen Alltag,
- der Einführung beziehungsweise Ausweitung des Ethikunterrichts,
- sowie der Unterstützung der Lehrkräfte im Umgang mit neuen Herausforderungen, unter anderem im Zusammenhang mit digitalen Technologien.
„Unsere Verantwortung ist es, das einzigartige ladinische Schulmodell konsequent weiterzuentwickeln und die bestmöglichen Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit zu schaffen“,
so Alfreider bei der Pressekonferenz. Er bedankte sich zugleich bei den Mitarbeitern im Schulamt sowie allen pädagogischen, administrativen und technischen Kräften in den ladinischen Einrichtungen für ihren täglichen Einsatz.
Kontext und Folgen
Die Entscheidung, Personal zu erhöhen, obwohl die Schülerzahlen zurückgehen, verdeutlicht eine bildungspolitische Priorisierung von Qualität und Betreuungsdichte gegenüber reinem Kostendenken. Für Eltern und Lehrkräfte bedeutet das konkret:
- stärkere personelle Betreuung in Kindergärten und Schulen,
- mehr Ressourcen für Bewegungs- und Sportunterricht sowie für fächerübergreifende pädagogische Angebote,
- schrittweise Einführung oder Ausbau des Ethikunterrichts, was Stundenpläne und Lehrkräftefortbildung berühren kann.
Für Schulträger und Bildungseinrichtungen folgen organisatorische Aufgaben: Stellenplananpassungen, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und mögliche Änderungen im Stundenplan. Die strategischen Dokumente der Landesdirektion sollen dabei als Leitfaden dienen; konkrete Umsetzungsdetails (z. B. Zeitplan für einzelne Maßnahmen oder Verteilung der neuen Stellen auf Standorte) wurden in der Zusammenfassung nicht genannt.
Tabelle: Entwicklung Kinderzahl und Personal (letzte 10 Jahre)
| Merkmal | Vor 10 Jahren | Aktuell | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Kinder und Jugendliche | 3.172 | 2.904 | −8 % |
| Mitarbeitende | 413 | 431 | +4 % |
Eltern in ladinischsprachigen Gemeinden sollten die kommenden Schuljahre hinsichtlich Stundenplänen und Betreuungsangeboten beobachten. Lehrkräfte könnten sich auf zusätzliche Fortbildungen und veränderte Aufgabenfelder einstellen, insbesondere im Bereich Ethikunterricht und Bewegungsförderung.
Als Ansprechpartner für die Umsetzung der Maßnahmen wurden in der Pressekonferenz die Leitung der Landesdirektion und das Schulamt genannt. Konkretere Informationen zu Einsatzorten der neuen Stellen oder zu Zeitplänen werden voraussichtlich in weiteren Verlautbarungen der Landesverwaltung folgen.