Für den jährlich stattfindenden Villacher Kirchtag steht ein überarbeitetes Sicherheitskonzept bevor, das am Freitag, dem 10. Juli, der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Aus dem vorab durchgesickerten Material ist ein Punkt hervorgetreten, der in der Stadt und der Brauchtumsszene kontrovers diskutiert: Demnach sollen Pferde nur dann am traditionellen Umzug teilnehmen dürfen, wenn ein Sachverständiger deren Eignung mit einem psychologischen Gutachten bestätigt.
Hintergrund und betroffene Akteure
Das bestehende Sicherheitskonzept stammt aus dem Jahr 2015 und wurde laut den Quellen nun überarbeitet. Mit der Erstellung des neuen Konzepts wurde der Wiener Sicherheitsexperte Herbert Wagner betraut, der sich im Vorjahr bereits vor Ort ein Bild machte. Anlass ist die Aktualisierung der Sicherheitsstandards für den Kirchtag, der jährlich rund eine halbe Million Besucherinnen und Besucher anzieht.
Direkt betroffen wären die Pferde der Villacher Bauerngman, die üblicherweise mit 12 Tieren am Umzug teilnehmen. Großbauer Kurt Maschke betonte die kulturelle Bedeutung der Tiere für die Tradition: Die Pferde gehörten zum Brauchtum und ihr Fehlen beim Umzug wäre schmerzlich.
Argumente und Reaktionen
Im vorgeschlagenen Sicherheitskonzept erscheint die generelle Nichtzulassung von Pferden auf dem Festgelände als eine mögliche Maßnahme; alternativ wird die Prüfung durch einen Sachverständigen genannt. Kritiker sehen in der Gutachtenpflicht eine unverhältnismäßige Hürde, Befürworter verweisen auf das hohe Besucheraufkommen und damit verbundene Sicherheitsrisiken.
„Das Pferd ist seit Jahrtausenden ein Begleiter des Menschen. Pferde wurden früher auch im Krieg eingesetzt. Mit solchen Geschichten nehmen wir dem Pferd die Lebensberechtigung, denn es wurde für solche Einsätze gezüchtet“,
so der Kärntner Pferdetierarzt Hans‑Joachim Erdmann, der die Notwendigkeit eines psychologischen Gutachtens als an den "Haaren herbeigezogen" bezeichnete.
- Betroffene Gruppe: Villacher Bauerngman mit 12 Pferden
- Sicherheitsverantwortlicher: Herbert Wagner (Wien)
- Publikum: rund 500.000 Besucher jährlich
Was bedeutet das für Besucherinnen und Vereine?
Für Vereine wie die Bauerngman würde eine Gutachtenpflicht organisatorischen Aufwand und mögliche Kosten bedeuten: Terminvereinbarungen mit einem anerkannten Sachverständigen, transportbedingte Vorbereitungen und gegebenenfalls Training oder Gewöhnung der Tiere an neue Abläufe. Für Besucherinnen und Besucher könnte eine Reduktion tierischer Beiträge das Erscheinungsbild des Umzugs verändern. Sollte eine generelle Beschränkung umgesetzt werden, wären Umplanungen für Trachten- und Brauchtumsgruppen notwendig.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Ursprüngliches Sicherheitskonzept | 2015 |
| Jährliche Besucherzahl (circa) | ~500.000 |
| Pferde der Bauerngman | 12 Tiere |
Die endgültige Bewertung dieser Empfehlung wird die Pressekonferenz liefern, bei der das vollständige Konzept vorgestellt und erklärt werden soll. Bis dahin bleibt offen, ob die Regelung in dieser Form beschlossen, abgeändert oder verworfen wird. Für die Menschen in Villach ist entscheidend, dass Sicherheitsmaßnahmen einerseits Risiken minimieren, andererseits aber traditionelle Ausdrucksformen des Kirchtags nicht unverhältnismäßig einschränken.
Die Stadt, die Organisatorinnen des Kirchtags und die betroffenen Vereine werden in den kommenden Tagen voraussichtlich Stellung nehmen; für Zuschauerinnen und Teilnehmer empfiehlt es sich, die Ankündigungen der Veranstalter und die Pressekonferenz am Freitag abzuwarten.