Neue Gottesdienstordnung im Stift ab September
Das Stift Klosterneuburg hat angekündigt, die Samstag-Vorabendmesse um 18.00 Uhr ab September abwechselnd in Englisch und in Latein zu feiern. Die Initiative soll die Stiftskirche als Ort präsentieren, „
an dem Internationalität und Tradition harmonisch aufeinandertreffen“, wie es in der Aussendung des Stifts heißt. Für die Maßnahme wurde eine Probezeit bis Juni 2027 vorgesehen.
Das neue Angebot richtet sich ausdrücklich an Menschen, die sich in englischer Sprache zuhause fühlen. Als konkrete Zielgruppen nennt das Stift die internationalen Nachbarinnen und Nachbarn, die Studierenden und Forschenden des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) sowie die Schülerinnen und Schüler des englischsprachigen IB-Zweigs am Klosterneuburger Gymnasium.
Konzept und Ablauf der Messen
Geplant ist, dass die englischsprachigen Gottesdienste an den ersten, dritten und fünften Samstagen eines Monats stattfinden. Die Messen in Latein werden an den zweiten und vierten Samstagen gefeiert. Zur besseren Mitfeierbarkeit bleiben Lesung, Predigt und Fürbitten auf Deutsch, und zweisprachige Messtexte werden zur Verfügung gestellt.
- Englisch: 1., 3., 5. Samstag im Monat
- Latein (mit deutschen Lesungselementen): 2. und 4. Samstag im Monat
- Probezeit: bis Juni 2027
Koordiniert werden die englischen Gottesdienste von Stiftskämmerer Elias Carr, der gebürtig aus den USA stammt. Die deutsch-lateinischen Messen liegen in der Verantwortung von Stiftspfarrer und Stadtdechant Reinhard Schandl.
Bedeutung für die Gemeinde in Klosterneuburg
Für die lokale Bevölkerung bringt die neue Regelung mehrere konkrete Folgen: Zum einen eröffnet sie eine niedrigschwellige Teilnahmechance für international Zugezogene und Forschende, die bislang möglicherweise an sprachlichen Barrieren scheiterten. Zum anderen bietet die lateinische Variante eine Möglichkeit für Gläubige, die sich für liturgische Traditionen wie Gregorianischen Gesang interessieren; das Stift betont jedoch, dass es sich dabei nicht um die sogenannte "tridentinische Messe" handelt.
Die zweisprachige Gestaltung der Liturgieelemente soll sicherstellen, dass die Gottesdienste für ein breites Publikum verständlich bleiben. Für Gemeindemitglieder bedeutet das eine erweiterte Auswahl an gottesdienstlichen Formen, ohne dass etablierte deutsche Gottesdienste entfallen.
Organisation und Ausblick
Die Probephase bis Juni 2027 gibt dem Stift die Möglichkeit, Nachfrage und Ablauf zu evaluieren. Für interessierte Besucherinnen und Besucher aus Klosterneuburg und dem Umland ist das eine Chance, neue liturgische Angebote kennenzulernen und Rückmeldungen zu geben, die in die weitere Planung einfließen könnten. Konkrete Anfangstermine und weitere organisatorische Details werden vom Stift in eigenen Mitteilungen bekanntgegeben.
| Aspekt | Regelung |
|---|---|
| Zeitpunkt | Samstag, 18.00 Uhr |
| Englisch | 1., 3., 5. Samstag/Monat (koord. Elias Carr) |
| Latein + Deutsch | 2., 4. Samstag/Monat (koord. Reinhard Schandl) |
| Probezeit | bis Juni 2027 |
Für die Menschen im Bezirk Tulln bedeutet die Initiative des Stifts Klosterneuburg einen erkennbaren Schritt zu größerer kultureller Offenheit innerhalb einer traditionellen Institution. Ob das neue Angebot dauerhaft bleibt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.