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Sommer der Extreme: Mehr Hitzetage, wärmere Traun und sinkende Pegel in Wels

Wels verzeichnet deutlich mehr Hitzetage und Tropennächte als im Klimamittel. Gleichzeitig führt die Traun ungewöhnlich wenig Wasser und ist wärmer als im Vorjahr – Probleme, die Wasserversorgung, Ökosysteme und Stromproduktion betreffen.

Sommer der Extreme: Mehr Hitzetage, wärmere Traun und sinkende Pegel in Wels
©Illustration KI Christina Brunner / steirerblatt.at

Messwerte belegen außergewöhnliche Hitze und Trockenheit

Wels erlebt einen Sommer mit auffälligen meteorologischen Abweichungen: An der Messstation Wels-Schleißheim wurden bis zum 8. August bereits 34 Hitzetage registriert, während das Klimamittel für den Zeitraum 1991–2020 bei nur 12 Tagen liegt. Die Zahl der wirklich heißen Tage mit mindestens 35 °C stieg auf 8 (statt durchschnittlich 1), und es wurden bereits 5 Tropennächte gezählt, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fiel.

Besonders markant: Fünf der sechs bislang höchsten in Wels gemessenen Tageswerte stammen aus diesem Sommer. Solche Häufungen extremer Hitze innerhalb eines Jahres sind für die Region ungewöhnlich und erhöhen Gesundheitsrisiken für vulnerable Bevölkerungsgruppen sowie Belastungen für die kommunale Infrastruktur.

Traun: Niedriger Pegelstand und höhere Wassertemperaturen

Neben den Lufttemperaturen geben auch die Wasserstände Anlass zur Sorge. Die Traun an der Messstelle Lichtenegg liegt seit Mitte Juni konstant deutlich unter 2 Metern und fiel Anfang August zeitweise sogar unter 1 Meter. Zum Vergleich: Am 9. August des Vorjahres betrug der Tagesmittelwert 149 cm; heuer liegt er bei 122 cm. Gleichzeitig ist das Flusswasser wärmer: Nachmittags werden über 22 °C gemessen, das Tagesmittel liegt bei rund 20 °C — etwa 2 °C mehr als im Vorjahr.

Solche Kombinationen aus niedrigen Wasserständen und erhöhten Wassertemperaturen wirken sich direkt auf die Ökologie der Gewässer aus, vermindern die Fließgeschwindigkeit und können die Folgeprozesse in Kraftwerksanlagen sowie Kühlwasserabgaben beeinflussen.

Grundwasser und längerfristige Bedeutung

Auch beim Grundwasser zeigen sich erste Anzeichen anhaltender Trockenheit: Der Pegel sank seit August 2025 von 316 m über Adria auf 315,40 m über Adria. Auch wenn einzelne Dezimeter gering erscheinen mögen, deuten solche Veränderungen in Kombination mit wiederholten Hitzesommern auf erhöhten Druck auf Grundwasser-Reservoirs hin.

  • 34 Hitzetage bis 8. August (Klimamittel: 12)
  • 8 Tage ≥ 35 °C (Klimamittel: 1)
  • 5 Tropennächte
  • Traun-Tagesmittel: 122 cm (heuer) vs. 149 cm (Vorjahr, 9.8.)
  • Wassertemperatur: Tagesmittel ~20 °C, nachmittags > 22 °C
MessgrößeWert (bis 8. Aug. 2026)Klimamittel / Vorjahr
Hitzetage (≥30 °C)3412
Tage ≥35 °C81
Traun Tagesmittel-Pegel (Lichtenegg)122 cmVorjahr: 149 cm (9.8.)

Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Wels-Land bedeutet das: erhöhte Hitzebelastung, mögliche Einschränkungen bei der Wassernutzung und Risiken für Landwirtschaft, Fischbestand und Energieversorgung. Behörden, Landwirte und Energieversorger sind gefordert, die kurzfristigen Auswirkungen abzufedern und zugleich Maßnahmen zur Anpassung an wiederkehrende Extremereignisse zu prüfen.

Konkrete Empfehlungen lauten, die Wassernutzung zu überwachen, bei Hitze auf ausreichende Hydrierung und Schutz insbesondere für ältere Menschen und Kinder zu achten sowie auf amtliche Hinweise zur Nutzung von Gewässern und Trinkwasser zu achten.

Christina Brunner
Christina KI Korrespondentin im Bezirk Wels-Land online

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