Großprojekt auf ehemaligem Seebahnhofs-Areal geht in nächste Phase
Die Entwicklung des sogenannten Seeviertels am Traunsee rückt näher an die Umsetzung: Der Gemeinderat von Gmunden fasste Anfang Juli einen mehrheitlichen Grundsatzbeschluss zur Anpassung der Verträge mit der Gemeinde, sodass die Planungen von SORAVIA in die nächste Phase übergehen können. Auf dem Areal des ehemaligen Seebahnhofs ist ein gemischt genutztes Quartier vorgesehen, das das Ufer neu beleben soll.
Was geplant ist
- Vier‑Sterne‑Plus‑Hotel mit 110 Zimmern (Marke: Marriott)
- Rund 90 Wohnungen
- Gastronomie, Seminarflächen, Spa‑Bereich
- Flächen für Nahversorgung, Büros sowie Gesundheits‑ und Freizeitangebote
- Dauerhaft öffentlich zugängliche Seepromenade und Verbindung zur Schiffslände
Der Projektentwickler benennt ein Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro. Die Finanzierung des Hochbaus soll laut Mitteilung gemeinsam mit der Oberbank erfolgen. Die Bauvorbereitungen laufen bereits; der Baubeginn ist für den Frühsommer 2027 vorgesehen, der Verkauf der Wohnungen soll im Sommer 2026 starten.
"Flächen für Nahversorgung, Büros sowie Gesundheits- und Freizeitangebote"
Auswirkungen für Gmunden
Das Vorhaben hat mehrere konkrete Folgen für Bewohnerinnen und Unternehmen im Bezirk:
- Erwartete Sicherung von Arbeitsplätzen: SORAVIA spricht von rund 1.700 Jahresarbeitsplätzen, überwiegend in der Region.
- Erhöhte Steuer- und Abgabenbeiträge: Das Unternehmen beziffert die zu erwartenden Steuern und Abgaben mit rund 50 Millionen Euro.
- Veränderung des Stadtbilds und der Uferzone: Öffentliche Zugänge und Freiräume sollen erhalten bzw. neu geschaffen werden; Planungselemente zur ökologischen Einbindung wurden überarbeitet.
| Baustein | Zahl |
|---|---|
| Hotelzimmer | 110 |
| Wohnungen | 90 |
| Investitionsvolumen | ~170 Mio. € |
| Erwartete Jahresarbeitsplätze | ~1.700 |
| Erwartete Steuern/Abgaben | ~50 Mio. € |
Die Planungen wurden laut Entwickler in den vergangenen Monaten überarbeitet: Schwerpunkte waren die Einbindung in Orts‑ und Landschaftsbild, die Gestaltung öffentlicher Freiräume sowie ökologische Aspekte. Als zentrales Gestaltungselement ist eine öffentlich zugängliche Achse zwischen Schiffslände und Park vorgesehen, flankiert von Gastronomie, Geschäftsflächen und Aufenthaltsbereichen.
Offene Fragen und lokale Debatten
Trotz der kommunizierten Anpassungen bleibt das Projekt in Teilen umstritten. Zentral sind Fragen nach Bebauungsdichte, Naturschutz am Ufer und Verkehrsauswirkungen. Ebenso wichtig sind Details zu Zugänglichkeit für Einheimische, Miet‑ und Kaufpreisniveau der Wohnungen sowie konkrete Angebote für Nahversorgung und Gesundheitsdienste. Diese Punkte werden in der weiteren Planung und in möglichen Bebauungsplänen zu klären sein.
Für Bewohnerinnen und Gewerbetreibende bietet das Projekt Chancen auf neue Arbeitsplätze und bessere Versorgungsangebote; zugleich verlangt es genaue politische Begleitung, um städtebauliche Qualität, ökologische Standards und die Interessen der Bevölkerung zu sichern.