Enttäuschung über offenbar gescheiterte Bewerbung
Gmunden hat nach Angaben des ORF offenbar den Bewerbungsprozess um eine Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität Wien nicht gewonnen. In den Informationen aus dem Umfeld des Projekts ist die Rede davon, dass der neue Standort im oberösterreichischen Zentralraum liegen werde; eine offizielle Bekanntgabe sei in Kürze geplant. Damit dürfte das von der Stadt ins Spiel gebrachte Schloss Cumberland nicht als Standort für die Vetmeduni dienen.
Warum Gmunden kandidierte
Die Stadt hatte sich als Standort beworben und dabei auf die ausgeprägte landwirtschaftliche Struktur der Umgebung verwiesen sowie auf das leerstehende Schloss Cumberland, das ab dem kommenden Jahr zur Verfügung stehe. Bürgermeister Stefan Krapf betonte die Nähe zu vielen landwirtschaftlichen Betrieben als Vorteil für eine praxisnahe Ausbildung.
„Wir haben in der Nähe von Gmunden sehr viele Milchviehbetriebe, Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelbetriebe. Diese Nähe macht Gmunden unseres Erachtens nach zu einem sehr guten Standort“, sagte Bürgermeister Stefan Krapf.
Konzept der Außendienststelle und Bedeutung für die Region
Das Projekt sieht eine Außenstelle mit Schwerpunkt auf Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin vor. Geplant sind laut Land Oberösterreich und Vetmeduni klinische Ausbildungsmodule gemeinsam mit regionalen Tierarztpraxen, angewandte Forschung sowie Fort- und Weiterbildungsangebote. Ziel ist, dem zunehmenden Mangel an Nutztierärztinnen und -ärzten entgegenzuwirken.
- Praxisnähe: Ausbildung direkt in Agrarregionen durch Kooperationen mit Betrieben und Tierarztpraxen.
- Forschung und Weiterbildung: Angewandte Projekte und Fortbildungsprogramme für praktizierende Tierärzte.
- Regionale Entwicklung: Positive Effekte für Standortattraktivität, Arbeitsmarkt und lokale Dienstleister.
Auswirkungen auf Gmunden
Fällt die Außenstelle aus, hat das mehrere Konsequenzen für die Traunseestadt: Ein potenzieller Motor für regionale Entwicklung und wissenschaftliche Kooperationen würde entfallen, ebenso wie konkrete Impulse für Betriebe und lokale Tierarztpraxen. Zugleich stellt sich die Frage nach einem alternativen Nutzungskonzept für das Schloss Cumberland, das ab nächstem Jahr leerstehen soll und seit 1979 im Eigentum des Landes Oberösterreich ist.
Zahlen und Planung
Aus den bisherigen Angaben ergibt sich ein eher kleines Lehrangebot, das aber lokal spürbar wirken sollte: Das Land sprach von einer Ausbildung von pro Semester zehn bis zwanzig Studierenden an der Außenstelle sowie dem Einsatz von wissenschaftlichem Personal und praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Studierende pro Semester | 10–20 |
| Schwerpunktfächer | Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin |
Das Land Oberösterreich hat sich zudem in Aussicht gestellt, sich finanziell am Projekt zu beteiligen. Ob und in welchem Umfang dies künftig für einen anderen Standort im Zentralraum erfolgt, wird die angekündigte offizielle Präsentation zeigen.
Für Gmunden bleibt nun abzuwarten, ob sich alternative Projekte zur Stärkung der agrarischen Ausbildung und Forschung etablieren lassen und wie das Schloss Cumberland künftig genutzt werden kann. Konkrete Entscheidungen sollen nach ORF-Informationen in Kürze präsentiert werden.