Rettung nach Verirren am Abstieg
Am Samstagabend kam es am Großen Donnerkogel im Bezirk Gmunden zu einem Rettungseinsatz der Flugpolizei. Eine Familie – ein 44-jähriger Mann, seine 39-jährige Partnerin und deren 10-jährige Tochter – war am Vormittag zum Einstieg des bekannten Klettersteigs aufgebrochen und erreichte nach eigenen Angaben den Gipfel. Beim anschließenden Abstieg kam es in einer Wegkreuzung in etwa 2.000 Metern Seehöhe zu einer Fehlentscheidung: Die Gruppe bog irrtümlich in Richtung Strichkogel ab statt auf dem markierten Normalweg zu bleiben.
Notruf, Selbstversuch und Hubschraubereinsatz
Gegen 18:30 Uhr setzte die Familie einen ersten Notruf, da sich die Zehnjährige zunehmend erschöpft zeigte. Nach Rücksprache mit der Alpinpolizei versuchten die Angehörigen zunächst, eigenständig abzusteigen. Weil sich der Zustand des Kindes weiter verschlechterte, erfolgte um 19:15 Uhr ein erneuter Notruf. Daraufhin wurde die Flugpolizei alarmiert und die Familie per Hubschrauber geborgen.
„Danach wurde die Familie mithilfe des Hubschraubers der Flugpolizei gerettet und alle drei unverletzt ins Tal geflogen.“
Bilanz und Bedeutung für Bergsportler
Glücklicherweise endete der Einsatz ohne personelle Schäden: Alle drei Personen wurden unverletzt ins Tal geflogen. Der Vorfall unterstreicht jedoch mehrere Punkte von praktischer Relevanz für Wanderer und Klettersteig-Benutzer im Salzkammergut:
- Orientierung: Auf alpinen Routen sind korrekte Wegentscheidungen besonders in Kreuzungsbereichen entscheidend.
- Wetter- und Kräfteplanung: Selbst bei Tagesbedingungen können Erschöpfung und Verzögerungen die Rückkehr schwieriger machen.
- Notrufverhalten: Erstberatung durch die Alpinpolizei ist wichtig, doch bei Verschlechterung des Zustands ist zügiges Nachalarmieren sinnvoll.
Wann ist ein Hubschraubereinsatz zu erwarten?
Die Flugpolizei kommt typischerweise zum Einsatz bei schwieriger Bergrettungslage, wenn ein sicherer Selbstabstieg nicht mehr gewährleistet ist oder gesundheitliche Gefahren bestehen. Der Einsatz am Donnerkogel zeigt, dass Hubschrauberrettungen auch am Abend möglich und kurzfristig durchführbar sind, wenn die Lage es erfordert.
Praktische Hinweise für Familien und Freizeitbergsteiger
Vor dem Aufbruch empfiehlt es sich, die Route genau zu studieren, ausreichend Trink- und Verpflegungsvorrat einzuplanen und auf markante Wegpunkte zu achten. Für Eltern mit Kindern sind folgende Punkte besonders wichtig:
- Gehzeiten realistisch einschätzen und Pausen einplanen.
- Handy mit voller Batterie und gespeicherter Notrufnummer der Bergrettung mitführen.
- Bei Unsicherheit oder Anzeichen von Übermüdung frühzeitig Hilfe suchen.
| Datum | Uhrzeit | Ereignis |
|---|---|---|
| Samstag | ~11:00 | Aufstieg zum Einstieg des Klettersteigs |
| Samstag | ~18:30 | Erster Notruf aufgrund Erschöpfung der Tochter |
| Samstag | ~19:15 | Erneuter Notruf; Flugpolizei wird alarmiert |
| Samstag | Abend | Rettung per Hubschrauber; alle drei unverletzt ins Tal geflogen |
Der Einsatz erinnert daran, dass selbst routinierte Touren durch kleine Fehler oder Erschöpfung schnell ernster werden können. Für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Donnerkogels im Sommer ist dies eine Mahnung zur sorgfältigen Vorbereitung und umsichtigem Verhalten in den Bergen.