Langjährige Ortschefs kündigen Rückzug an
Im Bezirk Rohrbach richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Landtags- und Gemeinderatswahlen im Herbst 2027. Obwohl der Wahlkampf in den Gemeinden derzeit noch kaum sichtbar ist, laufen vielerorts bereits die Vorbereitungen. In mehreren Gemeindestuben wird es zu einem Wechsel an der Spitze kommen. Fest steht das unter anderem in St. Ulrich und St. Johann, wo zwei besonders lang dienende Bürgermeister nicht mehr kandidieren werden.
Der politische Einfluss der Bürgermeister ist im Bezirk beträchtlich: Von insgesamt 37 Gemeinden werden 33 von der ÖVP und vier von der SPÖ geführt. Bei der Besetzung der Ortschefposten zeigt sich zudem weiterhin ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Mit den Bürgermeisterinnen in St. Oswald, Lembach und Hörbich gibt es derzeit nur drei Frauen an der Spitze einer Gemeinde.
St. Ulrich: Übergabe im Frühjahr 2027
In St. Ulrich wird Alfred Allerstorfer nach mehr als drei Jahrzehnten im Amt nicht erneut antreten. Der ÖVP-Bürgermeister steht seit 1996 an der Spitze der rund 700 Einwohner zählenden Gemeinde. Im kommenden Jahr wird der heute 70-Jährige seine Funktion nach insgesamt 31 Jahren abgeben. Bis dahin will er noch offene Vorhaben abschließen und die Amtsübergabe vorbereiten.
„Ab 1. April hat St. Ulrich ein neues Gemeindeoberhaupt – das ist kein Scherz“, sagt Alfred Allerstorfer.
Der Termin markiert damit nicht nur das Ende einer außergewöhnlich langen Amtszeit, sondern auch einen klaren Einschnitt für die Gemeindeorganisation. Wer Allerstorfer nachfolgen soll, wird in der vorliegenden Information noch nicht genannt. Fest steht lediglich, dass die Übergabe im Frühjahr geordnet erfolgen soll.
Auch St. Johann sucht eine neue Spitze
In St. Johann kündigte Albert Stürmer seinen Rückzug an. Er übernahm das Bürgermeisteramt 1997, damals im Alter von 29 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt galt er als jüngster Bürgermeister Oberösterreichs. Nach knapp drei Jahrzehnten im Amt und fünf Funktionsperioden will er bei der kommenden Wahl nicht mehr antreten. Als Gründe werden in der Meldung keine einzelnen politischen Entscheidungen genannt; Stürmer verweist auf die Zeit im Amt und die geplante Übergabe an eine jüngere Generation.
„Ich bin froh, das Amt nach fünf Perioden in jüngere Nachfolgehände übergeben zu können“, sagt Albert Stürmer.
Für die Bevölkerung in den beiden Gemeinden bedeutet die Wahl 2027 damit eine personelle Neuorientierung. In St. Ulrich ist der Wechsel bereits mit einem konkreten Übergabetermin verbunden, in St. Johann steht zunächst die Suche nach einer Nachfolge im Mittelpunkt. Welche Kandidatinnen oder Kandidaten antreten werden, ist derzeit nicht bekannt.
Die bisher bekannten Veränderungen
- St. Ulrich: Alfred Allerstorfer kandidiert nach 31 Jahren als Bürgermeister nicht mehr.
- St. Johann: Albert Stürmer beendet seine Amtszeit nach fünf Perioden.
- 2027: Die Bürgermeisterwahlen bringen in mehreren Gemeinden des Bezirks neue Entscheidungen.
| Gemeinde | Bisheriger Bürgermeister | Bekannter Zeitplan |
|---|---|---|
| St. Ulrich | Alfred Allerstorfer | Übergabe ab 1. April 2027 |
| St. Johann | Albert Stürmer | Keine neuerliche Kandidatur |