Paschinger Schlössl steht zum Verkauf
Das Anwesen, das in Salzburg als Paschinger Schlössl bekannt ist und früher vom Schriftsteller Stefan Zweig bewohnt wurde, steht offenbar zum Verkauf. Eigentümer war nach Medienberichten Wolfgang Porsche, Aufsichtsratschef der Porsche AG, der das Haus laut Salzburg24 2020 für 8,4 Millionen Euro erworben und restaurieren ließ. Aktuell ist die Liegenschaft auf einem Luxusportal für 12,7 Millionen Euro angeboten.
Kontroverse um unterirdische Zufahrt und Planung
Auslöser der öffentlichen Debatte war ein Plan Porsches für eine unterirdische Zufahrt samt Tiefgarage: Ein geplanter Privattunnel durch den Kapuzinerberg sollte die Villa direkt erschließen. Dem Bericht zufolge wäre der Tunnel rund 500 Meter lang gewesen und hätte schätzungsweise rund zehn Millionen Euro gekostet. Die Stadtplanung hatte dem Projekt laut PRESSEBERICHTEN im September zugestimmt – unter Zahlung einer Ablöse von 40.000 Euro für die Nutzung städtischen Grundes.
Öffentlicher Protest und Gutachten
Die Genehmigung rief scharfe Kritik hervor: Insbesondere die Grünen und die KPÖ beanstandeten eine mögliche Sonderbehandlung wohlhabender Eigentümer. Ein externes Gutachten, das von einer Bürgerliste in Auftrag gegeben wurde, attestierte dem Verfahren laut Bericht „grobe Mängel“ und hielt die Planung für rechtlich nicht genehmigungsfähig. Die Stadtverwaltung wies diese Vorwürfe zurück.
Forderungen nach öffentlicher Nutzung
Vor dem Hintergrund des Verkaufs fordern nun prominente Stimmen, darunter Schauspieler Harald Krassnitzer, die Villa für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Die Argumentation stützt sich auf den historischen Wert des Hauses und seine Lage mit Blick auf die Salzburger Altstadt.
- Frühere Kaufpreis: 8,4 Millionen Euro (2020)
- Aktuelles Verkaufsangebot: 12,7 Millionen Euro
- Wohnfläche: 616 m², Zimmer: 12, Grund: 7.816 m²
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Kauf 2020 | 8,4 Mio. € |
| Angebot | 12,7 Mio. € |
| Wohnfläche | 616 m² |
| Grundstück | 7.816 m² |
| Zimmer | 12 |
Was das für Salzburg bedeutet
Die Entwicklung des Paschinger Schlössl berührt mehrere lokale Bereiche: Stadtplanung, Denkmalschutz, Zugang zu städtischem Raum und die Frage, wie historische Liegenschaften in einer wachsenden, touristisch geprägten Stadt genutzt werden sollen. Sollte das Haus privat verkauft werden, bleibt offen, ob die Forderungen nach einer öffentlichen Nutzung erfüllt werden können. Ein Verkauf auf dem Luxusmarkt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Anwesen wieder in privater Hand verbleibt – zugleich könnte die Debatte politischen Druck erzeugen, künftig strengere Regeln für Eingriffe in den Kapuzinerberg und für Sondergenehmigungen bei Prestigeprojekten zu formulieren.
Für die Salzburgerinnen und Salzburger ist nun relevant, wie die Stadt auf die Verkaufsabsicht reagiert: Ob es weitere Prüfungen der früher genehmigten Tunnelplanung oder Initiativen zur Sicherung zumindest von Teilen des Anwesens für kulturelle Zwecke geben wird. Solche Entscheidungen betreffen nicht nur die historische Substanz, sondern auch den öffentlichen Raum und das Vertrauen in kommunale Planungsverfahren.