Prävention als Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Bezirk Leoben
Im Bezirk Leoben betont die Polizei verstärkt die Bedeutung von Prävention. Tanja Pirker, 36 Jahre alt, ist seit 2019 in der Abteilung Kriminalprävention der Polizei Leoben tätig und seit 2022 als Sicherheitskoordinatorin des Bezirks verantwortlich. Nach einer zweijährigen Karenz ist sie wieder zurück und trägt unter anderem die Federführung für das Projekt „Gemeinsam.Sicher“, das Behörden, Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger zusammenbringen soll, um konkrete lokale Sicherheitsfragen zu besprechen und Lösungen zu entwickeln.
Dialog auf Augenhöhe und konkrete Themen
Im Mittelpunkt der Präventionsarbeit steht der Austausch. Programme wie „Coffee with Cops“ sind darauf ausgelegt, den Dialog abseits formeller Situationen zu ermöglichen und festgefahrene Negativbilder zu relativieren. Themen, die in diesem Rahmen regelmäßig angesprochen werden, reichen von verkehrsrelevanten Fragestellungen bis zu Ordnungsthemen im öffentlichen Raum:
- Verkehrssicherheit: Tempo-Regelungen und Gefahrenstellen
- Parkplatzsituation und sichere Fußwege
- Nachbarschaftliche Konflikte und Präventionsmaßnahmen
Solche Gespräche sollen helfen, Entscheidungen auf lokaler Ebene besser abzustimmen und Maßnahmen zielgerichtet umzusetzen.
Digitalisierung fordert neue Präventionsansätze
Ein wachsender Schwerpunkt ist die Bekämpfung von Internetkriminalität. Pirker macht deutlich, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist und dass junge Menschen verstärkt durch Cybermobbing betroffen sind. In Schul-Workshops wird daher nicht nur über Gefahren aufgeklärt, sondern auch Handlungsoptionen vermittelt.
„Das Internet ist kein straffreier Raum.“
Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Förderung von digitaler Zivilcourage. Bürgerinnen und Bürger werden ermutigt, rechtswidrige Inhalte zu melden und sich nicht aus Angst vor eigener Betroffenheit zurückzuziehen. Die Polizei weist darauf hin, dass jede Social‑Media‑Plattform Meldemechanismen anbietet, mit denen beleidigende oder strafbare Inhalte angezeigt werden können.
Was das für die Menschen im Bezirk bedeutet
Für Einwohnerinnen und Einwohner von Leoben heißt das konkret: Es gibt niedrigschwellige Angebote, um Probleme anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Wer Verkehrsprobleme, wiederkehrende Störungen oder digitale Übergriffe erlebt, kann sich an die lokalen Präventionsangebote wenden. Die Polizei bietet neben Informationsveranstaltungen auch Workshops für Schulen und Initiativen an, um das Bewusstsein zu schärfen und praktische Schritte zur Prävention zu vermitteln.
| Kontaktpunkt | Zweck |
|---|---|
| Projekt „Gemeinsam.Sicher“ | Ort für Dialog zwischen Polizei, Gemeinden und Bürgern |
| „Coffee with Cops“ | Informelle Gespräche zur Vertrauensbildung |
| Schul-Workshops | Aufklärung zu Cybermobbing und Online-Sicherheit |
Die Präventionsarbeit ist damit weniger ein abstraktes Konzept als ein praktisches, lokales Angebot: Sie zielt darauf ab, Opfer zu schützen, potenzielle Täter abzuschrecken und das Verhalten von Zeugen positiv zu beeinflussen. Für Gemeinden und Bürgerinnen im Bezirk Leoben bleibt es wichtig, die vorhandenen Angebote zu kennen und aktiv zu nutzen, um Sicherheit und Zusammenhalt vor Ort zu stärken.