Der von Bundesminister Andreas Babler vorgelegte Entwurf zur Neustrukturierung der Medienförderung sorgt auch im Bezirk Grieskirchen für Gesprächsbedarf. Zwar ist im Papier vorgesehen, österreichischen Medien für die Jahre 2027 und 2028 jeweils deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stellen, doch beim konkreten Verteilungsschlüssel stoßen lokale Vertreter auf Bedenken: Gratiszeitungen wie MeinBezirk würden von der Zustellförderung ausgeschlossen, obwohl sie in vielen Gemeinden eine wichtige Informationsquelle darstellen.
Warum die Entscheidung Fragen aufwirft
Der Entwurf sieht neben zusätzlichen Mitteln vor allem eine gezielte Förderung der Zustellung für abonnierte Kaufzeitungen. Rund 60 Millionen Euro jährlich sollen demnach in den kommenden beiden Jahren zusätzlich verfügbar sein; davon sind laut Regierungsvorschlag etwa 22,5 Millionen Euro für Zustellförderung vorgesehen. Gratisangebote mit wöchentlicher Verteilung und hohem Verbreitungsaufwand bleiben dagegen unberücksichtigt. Lokalpolitiker wie der SPÖ-Landtagsabgeordnete Thomas Antlinger aus Grieskirchen weisen auf die Bedeutung solcher kostenlosen Regionalmedien für das Dorf- und Gemeindeleben hin.
„Sie berichten über das Geschehen in den Gemeinden, über Vereine, Feuerwehren, Schulen, Kultur und ehrenamtliches Engagement und machen damit auch kommunalpolitische Entscheidungen für die Bevölkerung sichtbar.“
Antlinger betont, dass gerade in ländlichen Regionen oft kostenlose Wochenblätter die einzige regelmäßige Informationsquelle seien. Die Gegner der Ausgrenzung fordern daher, dass auch Gratismedien in die Förderregeln aufgenommen werden oder alternative Unterstützungsmodelle für deren Verteilung geprüft werden.
Konkrete Folgen für Gemeinden und Leser
Für Leserinnen und Leser im Bezirk könnte ein Wegfall oder eine Schwächung örtlicher Gratismedien bedeuten, dass Berichterstattung über Vereine, Gemeinderatssitzungen und lokale Initiativen seltener oder gar nicht mehr erscheint. Für Gemeinden sind solche Medien zugleich eine kostengünstige Plattform für Hinweise und Bekanntmachungen. Kritiker warnen außerdem, dass weniger lokale Berichterstattung die politische Teilhabe und Transparenz vor Ort beeinträchtigen könnte.
- Geplante Mehrausgaben: 60 Mio. Euro jährlich für 2027/2028
- Vorgesehene Zustellförderung: 22,5 Mio. Euro
- Gratiszeitungen wie MeinBezirk: derzeit vom Zustelltopf ausgeschlossen
Wie die finale Fassung des Gesetzes aussehen wird, hängt nun von der parlamentarischen Begutachtung und den politischen Verhandlungen ab. Lokalpolitiker fordern, die Begutachtung ernst zu nehmen und Möglichkeiten zu prüfen, wie auch kostenlose Regionalmedien Unterstützung zur digitalen Weiterentwicklung und für Medienkompetenz erhalten können – ohne ihren Verteilaufwand pauschal zu benachteiligen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Zusätzliche Mittel (jährlich) | 60 Mio. € |
| Zustellförderung für Abos | 22,5 Mio. € |
Ob und wie der Ausschluss Gratis verteilter Medien rückgängig gemacht oder durch ergänzende Maßnahmen ausgeglichen werden kann, wird für Leserinnen und Medienmacher im Bezirk Grieskirchen in den kommenden Wochen von großer Bedeutung sein.