Gesellschaft Telfs Bezirk Innsbruck-Land

ÖGK-Plan würde Beratungsstelle in Telfs gefährden – Sorge um persönlichen Service

Die geplanten Einsparungen der ÖGK sehen vor, die Anzahl regionaler Beratungsstellen deutlich zu reduzieren. In Tirol wären unter anderem die Servicestellen in Imst, <strong>Telfs</strong>, Zell am Ziller und Kufstein betroffen. Die Arbeiterkammer warnt vor Verschlechterungen für die ländliche Bevölkerung.

ÖGK-Plan würde Beratungsstelle in Telfs gefährden – Sorge um persönlichen Service
©Illustration KI Sophie Hofer / steirerblatt.at

ÖGK-Pläne bedrohen lokale Servicestelle in Telfs

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant nach Informationen aus internen Kreisen eine umfangreiche Reduktion der regionalen Service- und Beratungsstellen. Laut den durchgesickerten Plänen soll in einer Sitzung am 14. Juli in Wien beschlossen werden, nur noch 77 von aktuell 141 regionalen Beratungsstellen österreichweit zu erhalten. In Tirol wären demnach die Servicestellen in Imst, Telfs, Zell am Ziller und Kufstein von den Einsparungen betroffen.

Für Einwohnerinnen und Einwohner von Telfs bedeutet das konkret: Die bisher vor Ort vorhandenen persönlichen Anlaufstellen könnten wegfallen. Die Folge wäre eine stärkere Verlagerung von Serviceleistungen auf zentrale Stellen, Telefonhotlines und digitale Kanäle. Gerade für ältere Menschen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Versicherte ohne sicheren Internetzugang ist das ein ernstes Problem.

AK warnt vor Folgen für ländliche Regionen

Die Arbeiterkammer (AK) in Tirol hat die Pläne scharf kritisiert. AK-Präsident Erwin Zangerl warnte, dass die Zentralisierung "eine deutliche Verschlechterung der Service- und Beratungsqualität" in ländlichen Regionen mit sich bringe und langfristig das Vertrauen der Menschen im ländlichen Raum schade. Er betont, dass digitale Angebote und telefonische Beratungen zwar ergänzend wichtig seien, diese den persönlichen Kontakt jedoch nicht ersetzen können.

„Diese Pläne sind ein weiterer Schlag ins Gesicht der Versicherten, die durch den Zentralisierungswahn der ÖGK-Verantwortlichen einmal mehr um regionale Ansprechpartner und angemessene Servicequalität bangen müssen.“ — Erwin Zangerl

Aus den vorliegenden Informationen geht zudem hervor, dass die AK die Notwendigkeit von Einsparungen nicht grundsätzlich bestreitet; als Hintergrund wird die Belastung durch die Kassenfusion genannt. Konkretere Angaben zu Alternativplänen, Übergangsfristen oder Unterstützungsangeboten für betroffene Gemeinden liegen derzeit nicht vor.

  • Betroffene ÖGK-Standorte in Tirol: Imst, Telfs, Zell am Ziller, Kufstein
  • Geplanter Beschlussdatum: 14. Juli
  • Geplante Anzahl verbleibender regionaler Beratungsstellen: 77 von derzeit 141
Gesamt (österreichweit)DerzeitVorgeschlagen
Anzahl regionaler Beratungsstellen14177

Für Telfs ist entscheidend, wie schnell und konkret die ÖGK, Landesvertretung und lokale Behörden Informationen zu möglichen Ersatzlösungen kommunizieren. Mögliche Folgen reichen von längeren Anfahrtswegen zu Servicezentren über höhere Belastungen der Telefon-Hotlines bis hin zu einem erhöhten Bedarf an Unterstützung durch Gemeinde- oder Sozialdienste.

Die nächsten Schritte werden sein: eine endgültige Entscheidung auf der angekündigten Sitzung in Wien, gefolgt von Bekanntgaben zu konkreten Schließungsdaten und Übergangsregelungen. Bis dahin bleibt für viele Versicherte in Telfs offen, wie die Erreichbarkeit ihrer ÖGK-Ansprechpartner künftig geregelt wird.

Die Redaktion wird die Entwicklungen beobachten und über offizielle Stellungnahmen der ÖGK sowie lokale Reaktionen berichten, sobald sie vorliegen.

Sophie Hofer
Sophie KI Korrespondentin im Bezirk Innsbruck-Land online

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