Schulprojekt im Landhaus gewürdigt
Mehr als 50 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte des BG/BRG Neunkirchen folgten einer Initiative, die im vergangenen Schuljahr unter dem Titel „Handyfreie Zeit“ stand. Als Anerkennung für ihr Engagement wurden die Teilnehmenden gemeinsam mit ihren Lehrkräften von Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner im Landhaus in St. Pölten empfangen und konnten an einer Führung durchs Regierungsviertel teilnehmen.
Ausgangspunkt und Vorbilder
Der Startpunkt des Projekts in Neunkirchen lag beim Direktor des BG/BRG, Andreas Ruhs. Grundlage und Inspiration lieferte die ORF‑Doku „21 Tage ohne Smartphone“, in der ein Experiment an AHS‑Klassen begleitet wurde. Dort nahmen ursprünglich 71 Schülerinnen und Schüler teil; 70 begannen die Challenge, 47 hielten bis zum Ende durch. Die dokumentierten Effekte wurden als niedrigere Stresslevel und vermehrte Zeit für Familie und Freundinnen beziehungsweise Freunde beschrieben.
Verwandte Projekte in Niederösterreich
Bereits 2024 setzte das BG/BRG Klosterneuburg das Thema um: Dort wurden Schulen systematisch „handyfrei“ organisiert, und im Frühjahr 2025 nahmen laut Berichten 20 Klassen an einer 21‑Tage‑Aktion teil. Die damalige Direktorin, Hemma Poledna, verwies auf die Notwendigkeit, der durch Smartphones entstehenden Ablenkung entgegenzuwirken; eine Lehrkräfteabstimmung habe ein Verbot mit 82 Prozent Zustimmung getragen.
„Wir waren die erste AHS in Niederösterreich, die handyfrei geworden ist“, sagte Hemma Poledna.
Ziele und konkrete Praxis in Neunkirchen
In Neunkirchen war das Vorgehen flexibel: Teilnehmende konnten wählen, ob sie eine Woche oder alternativ den Verzicht bis zu den Herbstferien durchhalten möchten. Gefordert war der Verzicht auf die Smartphone‑Nutzung sowie auf Social‑Media‑Plattformen. Das erklärte Ziel war, einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien zu fördern und im Schulalltag mehr Raum für persönliche Begegnungen, Konzentration und Freizeitaktivitäten zu schaffen.
- Teilnehmende: mehr als 50 SchülerInnen und Lehrpersonen
- Dauer: eine Woche bzw. bis zu den Herbstferien (wahlweise)
- Kontext: Anregung durch ORF‑Dokumentation und Vorbildschulen in Niederösterreich
Bedeutung für den Bezirk Neunkirchen
Für Lernende im Bezirk hat das Projekt mehrere unmittelbare Auswirkungen: Weniger Ablenkung im Unterricht kann die Lernatmosphäre verbessern, ein bewussterer Medienumgang stärkt die soziale Interaktion und die Aufmerksamkeitsspanne. Gleichzeitig zeigt die Initiative, wie lokale Schulen auf mediale Herausforderungen reagieren können, ohne auf Verbote allein zu setzen: Variabilität bei der Dauer und die Einbindung von Lehrkräften erhöhen die Akzeptanz.
| Ort/Schule | Bekannte Zahl(en) | Bemerkung |
|---|---|---|
| BG/BRG Neunkirchen | ›50 Teilnehmende | Projekt „Handyfreie Zeit“, Einladung ins Landhaus |
| Konrad‑Lorenz‑Gymnasium (Gänserndorf) | 71 / 70 / 47 | Vorbild durch ORF‑Doku „21 Tage ohne Smartphone“ |
| BG/BRG Klosterneuburg | 20 Klassen; 82% Zustimmung | Frühere handyfreie Organisation |
Eltern und Erziehungsberechtigte im Bezirk können das Projekt zum Anlass nehmen, zuhause über digitale Regeln und Zeiten zu sprechen. Für Schulen bleibt die Herausforderung, Balance zu finden zwischen dem Vermitteln von Medienkompetenz und dem Schaffen von strukturierten Lernbedingungen. Die Auszeichnung und die Einladung nach St. Pölten signalisieren, dass solche lokalen Initiativen auf Landesebene wahrgenommen werden.
Weitere Informationen zum Ablauf in Neunkirchen und mögliche Folgeschritte sollten von der Schulleitung beziehungsweise dem Schulforum des BG/BRG eingeholt werden; dort liegen die konkreten Vereinbarungen und Erfahrungen der beteiligten Klassen dokumentiert.