Kulturimpuls mit Ansage
Waidhofen an der Ybbs bekommt ab September 2026 eine neue literarische Stimme auf Zeit: Die Autorin und Sprachpädagogin Norma Norvald wurde als Stadtschreiberin ausgewählt und wird bis Februar 2027 in der Stadt leben und arbeiten. Die Entscheidung traf eine Fachjury mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes Niederösterreich, der Stadt Waidhofen an der Ybbs und der Kulturvernetzung Niederösterreich. Das Artist-in-Residence-Programm wird vom Land gefördert und in Zusammenarbeit mit der Stadt umgesetzt.
Wer kommt nach Waidhofen?
Norvald, 1978 in Bergen (Norwegen) geboren, lebt seit 2015 in Österreich und arbeitet in Krems und Wien. Nach einem Studium der Deutschen und Skandinavischen Sprachwissenschaften verlagerte sie ihren Schwerpunkt in die Erwachsenenbildung und Schreibpädagogik. In ihrer literarischen Arbeit veröffentlichte sie Lyrik und Kurzprosa; zentrale Motive sind Herkunft, Identität, Natur und Erinnerung. Ihre interkulturelle und zweisprachige Arbeitsweise wurde von der Jury als besonders impulsgebend für den regionalen Literaturdiskurs hervorgehoben.
Was ist geplant – und für wen ist das wichtig?
Während des sechsmonatigen Aufenthalts will Norvald an neuen lyrischen Texten arbeiten und unterschiedliche Formate für die Bevölkerung anbieten. Angedacht sind Schreibwerkstätten und kollaborative Projekte, die Themen wie Natur, Mythen, Mehrsprachigkeit sowie die Zusammenarbeit mit der älteren Generation in den Mittelpunkt stellen. Für Waidhofen an der Ybbs eröffnet das mehrere Anknüpfungspunkte:
- Kooperationen mit Schulen, Bibliothek und Vereinen für niederschwellige Schreib- und Literaturangebote
- Intergenerationelle Projekte, die Wissen und Erinnerungen der älteren Bevölkerung sichtbar machen
- Formate im öffentlichen Raum, die Natur und Landschaft des Ybbstals als Inspirationsquelle nutzen
Die künftige Stadtschreiberin betont, dass sie Anregungen sowohl aus der Umgebung als auch aus Gesprächen mit den Menschen der Region gewinnen möchte. Damit rückt die lokale Lebenswelt ins Zentrum einer literarischen Auseinandersetzung, die sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich relevant ist.
Rahmendaten des Aufenthalts
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Zeitraum | 09/2026 – 02/2027 |
| Programm | Artist-in-Residence (Stadtschreiberin Waidhofen an der Ybbs) |
| Träger & Förderung | Land Niederösterreich, Kulturvernetzung NÖ, Stadt Waidhofen an der Ybbs |
| Schwerpunkte | Lyrik, Workshops, Projekte zu Natur, Mythen, Mehrsprachigkeit, Zusammenarbeit mit älteren Menschen |
Warum das für Waidhofen zählt
Für die Stadt bedeutet die Residenz eine Stärkung des literarischen Profils und zusätzliche Zugänge zu Kulturvermittlung. Schreibwerkstätten können die Sprachkompetenz fördern, Mehrsprachigkeit als Ressource sichtbar machen und Generationen miteinander ins Gespräch bringen. Für lokale Kulturschaffende entstehen Möglichkeiten zur Vernetzung und zur Zusammenarbeit mit einer Autorin, die internationale Perspektiven mit regionalen Themen verbindet.
Dass die Auswahl gemeinsam von Land, Stadt und Kulturvernetzung getroffen wurde, signalisiert Kontinuität und Verlässlichkeit des Programms. Der Fokus auf partizipative Formate legt nahe, dass Veranstaltungen nicht nur auf ein Fachpublikum zielen, sondern die Breite der Bevölkerung ansprechen. Zugleich schafft der fest umrissene Zeitraum von sechs Monaten Planungssicherheit für Partnerinstitutionen vor Ort.
Nächste Schritte und Beteiligungsmöglichkeiten
Die konkrete Terminplanung für Workshops und Projekte wird in den kommenden Monaten erwartet. Für interessierte Einrichtungen in Waidhofen an der Ybbs – von Schulen und Jugendzentren bis zu Seniorengruppen und Kulturinitiativen – empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt mit den lokalen Kulturstellen aufzunehmen, um Kooperationen abzustimmen. Die Erfahrung anderer Residenzvorhaben zeigt, dass niederschwellige Angebote, offene Schreibtreffen und thematische Spaziergänge sich besonders gut eignen, um eine breite Teilnahme zu ermöglichen.
Mit Blick auf die inhaltlichen Schwerpunkte können auch Archive, Natur- und Umweltinitiativen sowie Geschichtsvereine Impulse einbringen, etwa durch Materialsammlungen, Zeitzeugengespräche oder gemeinsame Recherchen. So kann die literarische Arbeit direkt an lokale Geschichten, Dialekte und Erinnerungsorte anknüpfen – und diese für ein breiteres Publikum zugänglich machen.