Vandalismus an historischem Kulturgut in Deutschlandsberg
Vor der Stadtpfarrkirche in Deutschlandsberg wurden in den Morgenstunden mutwillig mehrere Heiligenstatuen beschädigt. Betroffen ist eine Kreuzigungsgruppe aus dem späten 18. Jahrhundert, die laut Angaben der Pfarre zwischen 1780 und 1800 entstanden ist und bereits 2013 aufwendig saniert worden war. Die Polizei hat Ermittlungen wegen schwerer Sachbeschädigung aufgenommen.
Der Pfarrer der Pfarre, István Holló, entdeckte den Schaden bei einer Routinebegehung am Donnerstagfrüh und alarmierte sofort die Behörden. Nach seinen Angaben standen die Statuen am Vorabend noch: Passanten hätten berichtet, dass sie um 20 Uhr noch unverändert gewesen seien. Obwohl es in der Nacht ein Unwetter mit starken Böen gab, schließt Holló einen Sturmschaden für die meisten Figuren aus.
„Die Kreuzigungsgruppe wurde mutwillig zerstört!“
Holló erläuterte weiter, dass nur die halbkniende Figur der Maria Magdalena freistehend gewesen sei und daher möglicherweise vom Wind umgekippt sein könnte. Die beiden anderen Figuren — eine stehende Maria und der heilige Johannes — seien hingegen in der Wand verankert gewesen; diese Verankerungen seien offenbar gewaltsam herausgerissen worden. Auffällig sei zudem, dass die Jesusfigur, die über den anderen Statuen hängt, unversehrt geblieben sei. „Wäre der Sturm schuld gewesen, dann müsste ja auch diese Statue am Boden liegen“, so der Pfarrer.
Konkrete Folgen für Gemeinde und Kulturerhalt
Die beschädigten Figuren gelten als historisch wertvoll. Die Verantwortlichen in der Pfarre haben bereits Kontakt zu Restauratoren aufgenommen, die nun den Umfang des Schadens begutachten sollen. Für die Gemeinde bedeutet das nicht nur einen emotionalen Verlust, sondern möglicherweise auch erhebliche Kosten und längere Restaurationszeiten, bis die Skulpturen wieder gezeigt werden können.
- Betroffene Objekte: Kreuzigungsgruppe mit mehreren Heiligenfiguren
- Entstehungszeit: circa 1780–1800
- Letzte Sanierung: 2013
- Polizei: Ermittlungen wegen schwerer Sachbeschädigung
Die Tat wirft Fragen nach Motiven auf: ob es sich um gezielte Zerstörungsabsicht, mutwilligen Vandalismus oder um eine Form von Diebstahlsversuch handelte, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar. Die Polizeiinspektion Deutschlandsberg bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise.
| Kontakt | Telefon |
|---|---|
| Polizeiinspektion Deutschlandsberg | 059 133/6100 |
Für Anrainerinnen und Anrainer sowie Besucherinnen und Besucher der Kirche sind vorübergehende Absperrungen oder verstärkte Sichtkontrollen denkbar, bis Klarheit über die Sicherung der verbleibenden Figuren besteht. Ebenso können freiwillige Beobachterinnen und Beobachter, die sich an Routinen in der Umgebung erinnern oder in der fraglichen Nacht ungewöhnliche Wahrnehmungen hatten, mit ihren Hinweisen zur Aufklärung beitragen.
Die Pfarre betont die Bedeutung der Statuen für das örtliche Kulturerbe und appelliert an die Bevölkerung, auf Hinweise vertraulich bei der Polizei zu melden. Sobald Restaurationsbefunde vorliegen, werden die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen informieren.