Die traditionsreiche Murtalbahn steht vor einer weitreichenden Modernisierung: Der Bund hat zugesagt, künftig rund 30 Prozent der Kosten für die Anschaffung neuer, elektrisch betriebener Schmalspurtriebwagen zu übernehmen. Damit rückt die geplante Elektrifizierung der auf 760 Millimeter Spurweite betriebenen Strecke zwischen Unzmarkt und Tamsweg einen entscheidenden Schritt näher.
Was konkret geplant ist
Nach den Darstellungen der Landes- und Bundesverantwortlichen geht es um eine Kombination aus Fahrzeugbeschaffung, Infrastrukturmaßnahmen entlang der Strecke und Adaptierungen in den Werkstätten. Ziel ist es, die Mobilität im oberen Murtal nachhaltiger und zeitgemäßer zu gestalten. Die geplanten Maßnahmen sollen insbesondere die täglichen Nutzergruppen – Pendler, Schüler und Berufspendler – entlasten.
- Fahrzeuge: Geplant ist eine gemeinsame Anschaffung von Triebwagen mit der Zillertalbahn (Tirol) und der Pinzgauerbahn (Salzburg); insgesamt sollen etwa 17 Triebwagen für die drei Betreiber beschafft werden, fünf davon für die Steiermarkbahn.
- Fahrzeitverkürzung: Die Fahrtzeit zwischen Unzmarkt und Murau soll sich von derzeit 36 auf 24 Minuten reduzieren.
- Finanzierung: Der Bund stellt im Rahmen eines erhöhten Investitionsprogramms für Privatbahnen jährlich größere Mittel bereit; davon trägt der Bund künftig einen Anteil von rund 30 % an den Fahrzeugkosten.
„Mit dieser Zusage schaffen wir die Voraussetzung für ein Projekt, das für den gesamten Bezirk Murau von großer Bedeutung ist.“
Finanzielle Eckdaten und Zeitplan
Nach den veröffentlichten Zahlen beläuft sich das vorgesehene Gesamtpaket für Fahrzeugbeschaffung, Elektrifizierung und Werkstattanpassungen in der Steiermark auf rund 169 Millionen Euro. Ein konkreter Umsetzungszeitraum wurde noch nicht abschließend genannt; die Beteiligten rechnen damit, dass die notwendigen Ausschreibungen und Vergabeverfahren sich über mehrere Jahre hinziehen werden. Die Anschaffung erfolgt in Kooperation mit Tirol und Salzburg, um aufgrund der seltenen Spurweite von 760 mm Kosten- und Mengenvorteile zu erzielen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Strecke (Unzmarkt–Tamsweg) | ca. 66 km |
| Aktuelle Fahrzeit (Unzmarkt–Murau) | 36 Minuten |
| Geplante Fahrzeit | 24 Minuten |
| Anzahl Triebwagen (Steiermark) | 5 |
| Gesamtkosten (Steiermark, geplant) | 169 Mio. Euro |
Lokale Bedeutung für den Bezirk Murau
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Murau hat die Entscheidung direkte Auswirkungen auf den Alltag: Kürzere Fahrzeiten verbessern die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und Schulen; modernere Züge und elektrischer Betrieb bedeuten in der Regel weniger Lärm und Emissionen entlang der Strecke. Zudem stärkt eine verlässliche Bahnverbindung die regionale Wirtschaft und den Pendlerverkehr, was sich auch auf Arbeitsmarkt und regionale Dienstleistungen auswirken kann.
Gleichzeitig bleibt der touristische Charakter der Strecke nicht unberührt: Die Verantwortlichen haben betont, dass die beliebte Dampfbahn unabhängig von der Elektrifizierung in den Sommermonaten als Attraktion erhalten bleiben soll. Damit soll der Spagat gelingen, moderne Mobilität für den Alltagsverkehr mit dem Erhalt der wirtschaftlich wichtigen touristischen Angebote zu verbinden.
Was jetzt noch zu klären ist
Wesentliche Schritte bis zum Fahrbetrieb unter Strom sind noch offen: die Ausschreibungen für die Fahrzeuge, konkrete Planungen zur Oberleitungs- oder anderen Stromzuführung, die bauliche Anpassung von Werkstätten sowie Zeitpläne für einzelne Bauabschnitte. Die Zusammenarbeit mit Salzburg und Tirol soll helfen, den Beschaffungsmarkt für die seltene Spurweite zu öffnen und Kosten zu senken. Für Pendlerinnen und Pendler bleibt zu hoffen, dass sich die Planungs- und Bauphasen nicht übermäßig in die Länge ziehen.
In Summe stellt die nun eingegangene Finanzzusage des Bundes einen zentralen Meilenstein dar: Sie schafft die Grundlage für konkrete Ausschreibungen und markiert den Beginn einer neuen Phase für die Murtalbahn – mit spürbaren Konsequenzen für Mobilität, Klima und Regionalentwicklung im Bezirk Murau.