Die Medizinische Fakultät der JKU Linz hat sich in den zwölf Jahren seit ihrer Gründung zu einem zentralen Ausbildungs- und Forschungsstandort in Oberösterreich entwickelt. Nun fordern das Land Oberösterreich, die Stadt Linz und das Kepler Universitätsklinikum (KUK) eine klare und verlässliche Zusage des Bundes zur Finanzierung über das Ende der bisherigen Vereinbarung im Jahr 2028 hinaus. Hintergrund ist die Sorge um die künftige Planungssicherheit für Lehre, Forschung und die klinische Ausbildung.
Warum die Zeit drängt
Die derzeitige Finanzierungsform – eine Art.-15a-Vereinbarung – hat den Aufbau der Fakultät ermöglicht. Sie läuft jedoch Ende 2028 aus. Landesvertreterinnen bezeichnen ein Fortbestehen der Fakultät ohne neue, langfristig rechtlich abgesicherte Vereinbarung als riskant. Gefordert wird ein konkret formulierter Aufbaupfad für die Jahre 2029 bis 2039, weil kurzzyklische Dreijahresvereinbarungen, wie sie beim allgemeinen Universitätsbudget üblich sind, nach Auffassung der Verantwortlichen für die Medizin nicht ausreichen.
Was auf dem Spiel steht
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Fakultät für die Region: Rund 1.300 Studierende sind derzeit eingeschrieben, jährlich werden mehr als 300 Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Seit der Gründung 2014 haben Land und Partner umfangreich in Infrastruktur und Ausstattung investiert. Bis 2028 werden aus Oberösterreich rund 525 Millionen Euro in die Fakultät und das Kepler Uniklinikum fließen.
„Das Land OÖ ist für die Medizinische Fakultät stark in Vorleistung gegangen, hat viel Geld in die Hand genommen. Jetzt braucht es ein klares Bekenntnis des Bundes“,
so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). Sie betont die Forderung nach fairen und gleichwertigen finanziellen Rahmenbedingungen im Vergleich zu den anderen Medizinischen Universitäten Österreichs.
- 1.300 Studierende an der Medizinischen Fakultät
- Mehr als 300 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr
- 525 Mio. € Investitionen durch Oberösterreich bis 2028
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2014 | Gründung der Medizinischen Fakultät |
| 2028 | Ende der aktuellen Art.-15a-Vereinbarung |
| 2029–2039 | Geforderter Aufbaupfad |
Für Studierende, Kliniken und Forschende bedeutet eine fehlende langfristige Finanzierung Unsicherheit: Studienplätze, Förderzusagen, Personal- und Infrastrukturplanung hängen an verlässlichen Mitteln. Das Kepler Universitätsklinikum als klinischer Partner ist auf eine planbare Zusammenarbeit angewiesen, damit Ausbildung und Patientenversorgung miteinander abgestimmt werden können.
Die Landes-, Stadt- und Kliniksituation in Linz macht die Forderung nach einer bundesweiten, rechtlich abgesicherten Lösung dringlich: Ohne ein klares finanzielles Bekenntnis droht die Belastung der regionalen Haushalte weiter zu steigen oder es könnten Ausbaupläne verzögert werden. Eine Entscheidung des Bundes wird damit nicht nur als Finanzierungsfrage, sondern als Standortentscheidung für die medizinische Versorgungs- und Forschungslandschaft in Oberösterreich gesehen.