Breiter Beteiligungsprozess brachte KEP3 hervor
Die Stadt Linz hat mit dem KEP3 eine kulturpolitische Roadmap erarbeitet, die bis zum Jahr 2035 reichen soll. Der Erarbeitungsprozess zog sich über etwa zweieinhalb Jahre und umfasste die Mitwirkung von mehr als 1.350 Kulturschaffenden und Interessierten. Das Ergebnis sind festgehaltene 64 Maßnahmen sowie acht definierte Schwerpunktbereiche, die die künftige Ausrichtung der städtischen Kulturpolitik vorgeben.
Was der Prozess auszeichnet
Die verantwortliche Kulturabteilung hat den Planungsweg bewusst offen gestaltet: Beteiligungsformate, Dialogveranstaltungen und ein breit angelegter Austausch mit der Szene bildeten die Grundlage. Die Steuerung lag bei der Kulturabteilung gemeinsam mit den genannten Verantwortlichen, darunter Gerda Forstner, Julius Stieber und Kulturstadträtin Doris Lang‑Mayerhofer.
„Man stelle sich vor: Auch Verkehr, Stadtplanung oder andere würden ihre Zukunft genauso offen, breit und gewissenhaft mit den Betroffenen entwickeln.“
Inhalte und Schwerpunktsetzung
Der KEP3 formuliert acht Schwerpunkte, die unterschiedliche Felder der Kulturarbeit betreffen. Die Maßnahmen sind in Summe zahlreich, teilweise allgemein gehalten und nicht in jedem Punkt eng terminiert. Das Planwerk setzt damit weniger auf enge Vorgaben als auf Orientierungen und Handlungsfelder, die in den nächsten Jahren weiter konkretisiert werden müssen.
- Zeithorizont: bis 2035
- Beteiligte: über 1.350 Personen aus Kunst- und Kulturbereich
- Umfang: 64 festgeschriebene Maßnahmen
- Struktur: acht thematische Schwerpunkte
Konkrete Bedeutung für Linz und seine Kulturakteure
Für Kulturschaffende bietet KEP3 einen Bezugsrahmen, um Förder- und Projektanträge zu planen und Partnerschaften mit der Stadt zu gestalten. Für das Publikum und die Linzerinnen und Linzer definiert der Plan, in welche Richtungen Kulturangebote weiterentwickelt werden sollen — etwa in Bezug auf Zugänglichkeit, Bildungsarbeit, räumliche Infrastruktur oder internationale Vernetzung. Weil viele Maßnahmen vage formuliert sind, bleibt allerdings relevant, wie und mit welchen Mitteln die Stadtverwaltung und die Fördergeber die Umsetzung begleiten.
Offene Fragen und nächste Schritte
Wichtig wird in den kommenden Monaten die Konkretisierung einzelner Maßnahmen, die Priorisierung im städtischen Budgetprozess und die Festlegung von Umsetzungszeiträumen. Ebenfalls relevant sind Evaluationsmechanismen: Nur durch transparente Berichterstattung lässt sich nachvollziehen, welche Effekte die geplanten Maßnahmen tatsächlich erzielen.
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Dauer des Prozesses | ca. 2,5 Jahre |
| Teilnehmende | über 1.350 |
| Anzahl Maßnahmen | 64 |
| Zeithorizont | bis 2035 |
Für Linz bleibt KEP3 eine Grundlage, die jetzt in konkrete Politik und Finanzierung überführt werden muss. Kulturschaffende und Publikum sind aufgefordert, die weitere Umsetzung kritisch zu begleiten und bei der Konkretisierung mitzureden — nur so kann aus einer strategischen Roadmap ein wirksames Programm für die nächsten Jahre werden.