Die diesjährige Pollensaison geht in ihre Schlussphase: Beifuß (Artemisia-Arten) und das invasive Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) blühen jetzt, informieren der Pollenservice Wien der MedUni Wien und der Pollenwarndienst Salzburg. Die zeitliche Entwicklung und die Belastung durch diese Pollen variieren regional in Österreich deutlich.
Was das für Salzburg bedeutet
In Salzburg sind Ragweed und spät blühende, neophytische Beifußarten nur sehr selten nachgewiesen. Besonders die Gebirgsgaue des Bundeslandes gelten deshalb für Betroffene als Erholungsgebiete mit geringerer Allergiebelastung. Anders stellt sich die Lage in den östlichen und südlichen Landesteilen dar: Dort kann geeignete Witterung im Herbst sogar eine zweite Welle an Beifuß- beziehungsweise Ragweedpollen auslösen.
Einfluss von Wetter und Klima
Die jüngste Periode von Trockenheit und Hitze hat das Wachstum von Beifuß und Ragweed insgesamt gebremst: Es sind derzeit zahlenmäßig weniger Pflanzen zu erwarten. Zugleich weisen die Expertinnen und Experten darauf hin, dass Trockenheitsstress die Allergenität von Pollen erhöhen kann — das heißt, einzelne Pflanzen können bei Trockenstress stärker allergene Pollen produzieren.
- Beifuß-Blütezeit: Juli bis September, mit Hauptblüte Mitte August.
- Ragweed: Verbreitungsschwerpunkt im Süden und Osten Österreichs; in Salzburg selten.
- Neophyten: Kamtschatka-Beifuß und Einjähriger Beifuß sorgten in manchen Jahren für zusätzliche Spätblüten; in Salzburg spielen sie nur eine untergeordnete Rolle.
Der Pollenservice Wien hat in den vergangenen Jahren phänologische Rundgänge ausgeweitet, um das Auftreten neuer, spät blühender Beifußarten besser zu erfassen. Diese Beobachtungen sind wichtig, weil der Verlauf der Spätblüte stark von den jeweiligen Witterungsbedingungen im Herbst und langfristig vom Klimawandel abhängt.
Praktische Bedeutung für Allergikerinnen und Allergiker
Für Personen mit Pollenallergien ist entscheidend, lokale Vorhersagen und Warnungen zu beachten. In Salzburg besteht derzeit kein Bericht über eine verbreitete Ragweed-Verbreitung — das mindert kurzfristig das Risiko für Neu- oder Verschlechterungen durch diese spezielle Pollenart. Dennoch gilt: Schon geringe Pollenkonzentrationen von Beifuß oder Ragweed können bei Sensibilisierten Symptome auslösen.
| Aspekt | Situation in Salzburg |
|---|---|
| Ragweed-Vorkommen | Sehr selten |
| Spät blühende Beifußarten | Selten; Kamtschatka-Beifuß im Stadtgebiet etabliert, Einjähriger Beifuß untergeordnet |
| Risiko für Allergiker | Geringer als in Ost-/Südösterreich, aber Sensibilisierte reagieren bereits auf geringe Mengen |
Zusammenfassend bietet Salzburg derzeit vergleichsweise günstige Bedingungen für Menschen mit Pollenallergien — vor allem abseits der Tieflagen und in den Gebirgsregionen. Gleichzeitig betonen die Fachstellen, dass kurzfristige Wetterbedingungen und langfristige Klimaentwicklungen die Situation rasch verändern können. Lokale Pollenwarnungen und ärztliche Beratungen bleiben deshalb relevant.