Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) hat im Rahmen eines Sommergesprächs die stufenweise Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich bestätigt und konkret das Projekt in Gmünd genannt. Demnach soll das derzeitige Krankenhaus durch eine Gesundheitsklinik ersetzt werden; das Land werde mit dem Bau beginnen, unabhängig von der rechtlichen Auseinandersetzung mit der Stadt Gmünd.
Was der Landesrat sagt
Kasser bekräftigte eine klare Linie bei der Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+ und sprach davon, die Pläne trotz laufender Klagen nicht zu ändern. Zur Entscheidung der Stadt Gmünd, gegen das Land zu klagen, sagte er:
„Schauen wir, was passiert, wenn die Klage kommt. Einen Vergleich wird es ganz sicher nicht geben.“
Er zeigte sich zugleich optimistisch, was das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens angeht, und sieht die Aufregung in Gmünd bereits abgeflaut.
Gmünd als Modellprojekt
Kasser bezeichnete das Gmünder Vorhaben als ein mögliches Muster für weitere Einrichtungen: Ambulatorien mit niedrigschwelligem Zugang, betrieben von der Landesgesundheitsagentur (LGA) und der ÖGK. Anders als in Gmünd müssten solche Zentren nicht zwingend eine rund um die Uhr Betreuung oder tagesklinische Operationskapazitäten bieten; wichtiger sei die Verfügbarkeit von Fachärztinnen und Fachärzten mit Kassenverträgen.
- Geplante Modellstandorte: Gmünd, Hollabrunn, Gänserndorf
- Ziel: bessere ambulante Versorgung durch Fachärzte mit Kassenverträgen
- Ausbau von Rettungsdiensten und Reduktion stationärer Notarztstützpunkte
Regionale Folgen und Organisation des Rettungswesens
Im Gespräch nannte Kasser auch landesweite Anpassungen: Die Zahl der Notarztstützpunkte soll landesweit auf 21 Standorte reduziert werden. Parallel ist geplant, künftig mehr und besser ausgerüstete Rettungswagen einzusetzen: Statt der derzeitigen Anzahl sollen künftig 86 RTW‑C‑Standorte bestehen. Diese Maßnahmen zielen auf eine Umverteilung von Ressourcen und eine stärkere Fokussierung auf ambulante Strukturen.
Für Gmünd bedeutet das konkret: Das bestehende Spital könnte in der bekannten Form wegfallen, ersetzt durch eine Gesundheitsklinik, die ein breiteres Angebot an Fachärzten und niederschwelligen Zugängen bietet. Welche Auswirkungen das auf Beschäftigte, laufende Kosten und die Erreichbarkeit von Notfallmedizin vor Ort hat, hängt wesentlich vom weiteren Verfahrensverlauf und den konkreten Planungsdetails ab – insbesondere davon, ob die Klinik tatsächlich 24/7-Dienste und tagesklinische OP-Kapazitäten vorhält, wie derzeit in Gmünd vorgesehen.
| Bestandteil | Angabe |
|---|---|
| Gesundheitsplan | 2040+ |
| Notarztstützpunkte (geplant) | 21 |
| RTW‑C‑Standorte (geplant) | 86 |
Die Stadt Gmünd hat bereits Klage eingereicht, um den Erhalt des Krankenhauses zu erzwingen; das Land hingegen plant den Baubeginn der neuen Gesundheitsklinik. Rechtliche Schritte könnten den Zeitplan beeinflussen, heißen aber nicht automatisch das Aus des Projekts. Für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk bleibt entscheidend, wie sich Versorgung, Erreichbarkeit und Personalstruktur in der Übergangsphase entwickeln werden.