Wirtschafts- und Tierschutzargumente gegen Plastikschutzausrüstung
Vertreter der Landwirtschaftskammer Salzburg und die zuständige Landespolitik haben sich in der Debatte um eine neue Schutzidee für Schafe klar positioniert: Die von einem Erfinder aus Kärnten vorgeschlagene Plastikstachelrüstung wird von Rupert Quehenberger und Agrarlandesrat Maximilian Aigner (ÖVP) abgelehnt. In einer Aussendung führen sie praktische und tierwohlbezogene Gründe an und verweisen auf bestehende Alternativen im Umgang mit Wölfen.
Entscheidend sei, so die beiden, dass Schafe im alpinen Weidegebiet beweglich bleiben. Das Anlegen einer großflächigen Kunststoffrüstung für rund 36.000 Schafe im Bundesland Salzburg sei weder praktikabel noch mit den Anforderungen an das Tierwohl vereinbar, heißt es in der Mitteilung.
Forderung nach Regulierung statt Techniklösung
Quehenberger und Aigner sehen den Lösungsweg nicht in technischen Vorrichtungen, sondern in einer politischen und rechtlichen Steuerung des Wolfsbestandes. Sie fordern ein konsequentes Wolfsmanagement mit der Möglichkeit, auffällige Tiere abzuschießen und den Wolf unter bestimmten Voraussetzungen in ein reguläres Bestandsmanagement zu überführen. Damit adressieren sie sowohl Fragen der Herdenschutzpraxis als auch die gesetzliche Grundlage für den Umgang mit konfliktträchtigen Tieren.
„Der Wolf müsse – ,wie andere geschützte Wildtiere auch‘ – in ein reguläres Bestandsmanagement überführt und unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden.“
Damit bringen Kammer und Landespolitik eine Position zum Ausdruck, die bei betroffenen bäuerlichen Familien, Gemeinden und Schutzgebietsverwaltern weitreichende Folgen haben könnte. Auch in der Fachwelt war die Plastiklösung bereits auf Kritik gestoßen; die Kammerargumente fassen diese Praxisbezogenheit zusammen.
Welche Alternativen bleiben für Schafhalter?
Die Aussendung nennt keine konkreten technischen Ersatzlösungen; aus der Argumentation ergibt sich jedoch eine Orientierung an etablierten Herdenschutzmaßnahmen und an politischen Instrumenten zur Bestandsregulierung. Für betroffene Tierhalter bedeuten die Forderungen der Kammer und des Agrarlandesrats insbesondere:
- Fortführung und Ausbau bewährter Herdenschutzmethoden (z. B. Herdenschutzhunde, Zäune, Nachtpferche)
- Verstärkte politische Bemühungen um rechtliche Grundlagen für Eingriffe in Problemwolfbestände
- Diskussionsbedarf zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden über praktikable Maßnahmen im alpinen Gelände
Lokale Bedeutung und nächster Schritt
Für Salzburg bedeutet die Stellungnahme von Kammer und Agrarlandesrat eine klare politische Richtung: Innovative technische Ansätze werden skeptisch bewertet, während regulatorische Instrumente gefordert werden. Konkrete Änderungen in der Praxis hängen nun von weiteren politischen Entscheidungen und möglichen gesetzlichen Anpassungen ab. Für Schafhalter bleibt wichtig, sich über bestehende Förder- und Beratungsangebote zum Herdenschutz zu informieren und in Dialog mit Kammer und Landesbehörden zu bleiben.
| Person/Institution | Position |
|---|---|
| Rupert Quehenberger (Landwirtschaftskammer) | Ablehnung der Kunststoffrüstung; fordert Wolfsregulierung |
| Maximilian Aigner (Agrarlandesrat, ÖVP) | Keine Praxistauglichkeit im alpinen Raum; setzt auf Abschuss auffälliger Tiere |