Wirtschaftswert stark reduziert – Verkauf der städtischen Anteile in Sicht
Ein aktuelles Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, das im Auftrag der Stadt Linz erstellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Flughafen Linz wirtschaftlich nur noch einen sehr geringen Wert besitzt. Der im Bericht genannte Liquidationswert liegt demnach zwischen 2 und 4 Millionen Euro. Bei einer alternativen Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) ergibt sich laut Gutachten sogar ein negativer Unternehmenswert.
Die Stadt Linz hält derzeit 50 % an der Flughafengesellschaft; die übrigen 50 % befinden sich im Eigentum des Landes Oberösterreich. Vertraglich ist dem Land ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Das vorliegende Gutachten soll als Verhandlungsgrundlage dienen, wenn die Stadt ihre Beteiligung verkaufen will.
Finanzielle Lasten und nicht berücksichtigte Risiken
Im Gutachten wurden nach Angaben der Veröffentlichung mögliche Zusatzkosten nicht eingerechnet: Dazu zählen unter anderem notwendige Sanierungsarbeiten an der Start- und Landebahn sowie potenzielle Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit verunreinigten Brunnen. Diese Posten können weitere Belastungen für den Unternehmenswert bedeuten und erklären, warum die DCF-Bewertung negativ ausfällt.
- Liquidationswert: 2–4 Millionen Euro
- DCF-Bewertung: negativ
- Städtischer Anteil: 50 % (Verkauf beabsichtigt)
- Land Oberösterreich: 50 % plus vertragliches Vorkaufsrecht
Welche Konsequenzen ergeben sich für Linz?
Für die Stadt Linz hat die Neubewertung unmittelbare finanzielle und politische Folgen. Ein niedriger Verkaufswert reduziert den zu erwartenden Erlös und kann bedeuten, dass die Stadt die eigene Hälfte an das Land abgibt – unter Umständen zu symbolischen Konditionen. Für Beschäftigte und Anrainer weist die Studie auf Unsicherheit hin: Investitionsstau bei Betriebsmitteln und Infrastruktur sowie mögliche zusätzliche Kosten durch Bodenbelastungen können Service und Betrieb beeinflussen.
| Aspekt | Angaben aus dem Gutachten |
|---|---|
| Liquidationswert | 2–4 Millionen Euro |
| DCF-Bewertung | negativ |
| Gesellschafterstruktur | Stadt Linz 50 %, Land OÖ 50 % (Vorkaufsrecht) |
Politisch ist die Frage brisant: Im Jahr 2027 stehen in Oberösterreich sowohl Landtags- als auch Gemeinderatswahlen an. Entscheidungen über den Flughafen können daher auch Wahlkampf- und Koalitionsdynamiken beeinflussen. Für die Stadt bleibt die Herausforderung, in Verkaufsverhandlungen die kommunalen Interessen zu wahren und gleichzeitig mögliche Folgekosten für die öffentliche Hand zu minimieren.
Die nächsten Schritte sehen vor, dass die Stadt Linz das Gutachten als Grundlage in Gesprächen mit dem Land verwendet. Ob und zu welchen Konditionen ein Verkauf tatsächlich zustande kommt, hängt auch von der Bewertung der noch nicht vollständig berücksichtigten Sanierungs- und Rechtsrisiken ab.