Radinfrastruktur wird erweitert
Klagenfurt setzt in diesem Sommer verstärkt auf Fahrradangebote und sieht sich auf dem Weg, eine zentrale Rad-Drehscheibe für Kärnten zu werden. Bei einer Pressekonferenz wurden mehrere Maßnahmen vorgestellt, die sowohl Gäste als auch Einheimische betreffen: Neben dem Ausbau von Leihsystemen und Beschilderung sollen neue Routen sichtbar gemacht und touristische Angebote erweitert werden.
Im Fokus stehen konkrete Zahlen: Das 24/7-Leihradsystem stellt 300 Fahrräder (City-, E- und Lasten-Bikes) an 50 Stationen bereit. Für Gäste gibt es einen Gutschein mit 500 Freiminuten, der sieben Tage lang für beliebig viele Fahrten gültig ist. Laut Präsentation nutzen bereits rund 43 Prozent der Gäste in Klagenfurt mindestens einmal im Urlaub ein Fahrrad als Verkehrsmittel.
Beschilderung und Routennetz
Mit dem Projekt „Rad Routing 5.0" sollen bestehende Wege besser erschlossen und mit einer dichteren Beschilderung ausgestattet werden. Im Norden von Klagenfurt sind bereits 160 Schilder angebracht; geplant ist ein Netz mit rund 800 Radschildern für die gesamte Region nach Abschluss der Maßnahmen. Ziel ist, Orientierung zu schaffen und die Nutzung des Angebots zu erleichtern.
- Leihsystem: 300 Räder an 50 Stationen
- Gäste-Gutschein: 500 Freiminuten für sieben Tage
- Beschilderung: bisher 160 Schilder im Norden, angestrebt 800 in der Region
- Routen: sechs Genussradrouten, fünf Rennradrouten, drei Gravelrouten
Als Ergänzung zum Netz werden spezielle Routen ausgewiesen: sechs Genussradrouten, fünf Rennradrouten und drei Gravelrouten. Die neuen Strecken sind auf dem Kärntner Tourenportal sowie auf der Plattform "komoot" abrufbar. Zusätzlich wird von September bis Oktober wöchentlich ein kostenloses Angebot an geführten Radtouren angeboten.
„Die Radinfrastruktur bringt Klagenfurt in Bewegung! In enger Kooperation mit den städtischen Abteilungen sowie dem Tourismus arbeiten wir stetig am Ausbau und der Weiterentwicklung unseres Radwegenetzes“, so Straßenbau- und Verkehrsreferentin Sandra Wassermann.
Bedeutung für Bewohnerinnen und Bewohner
Die Maßnahmen wirken sich auf unterschiedliche Alltagsbereiche aus: Pendlerinnen und Pendler erhalten bessere Orientierung und mehr Infrastruktur, Tourismusbetriebe können mit höheren Serviceleistungen Gäste ansprechen (14 radfreundliche Betriebe und sechs mit „Bett und Bike“-Zertifizierung sind bereits vernetzt), und Besucher profitieren von vergünstigten Einstiegsmöglichkeiten ins Leihradangebot. Für die Stadtplanung bedeutet das zugleich, dass Verkehrsflächen und Wegweiser in Zukunft stärker auf den Radverkehr ausgelegt werden dürften.
| Maßnahme | Angabe |
|---|---|
| Leihsystem | 300 Räder, 50 Stationen |
| Gästegutschein | 500 Freiminuten, 7 Tage gültig |
| Beschilderung | aktuell 160 Schilder Nord; geplant ~800 regional |
Für Klagenfurt bedeutet das Projekt einen weiteren Schritt zur Verkehrswende: Mehr Angebote und bessere Information sollen das Fahrrad als Alternative zum Auto stärken und zugleich das touristische Profil der Stadt als Radziel schärfen. Konkrete Auswirkungen auf Parkflächen, Radwegeausbau oder Haushaltsmittel wurden in der Vorstellung nicht detailliert genannt; diese Punkte bleiben für weitere Stadtdiskussionen relevant.