Die anhaltende Hitzewelle und die damit verbundene Trockenheit stellen auch die Fauna im Bezirk Leibnitz vor spürbare Herausforderungen. Bezirksjägermeister Wolfgang Neubauer weist darauf hin, dass ausreichende Flüssigkeitsaufnahme für Wildtiere ebenso lebenswichtig ist wie für Menschen und rät zu besonderer Rücksicht in sensiblen Bereichen wie Waldrändern und Ruheplätzen.
Wie viel Wasser brauchen die Tiere?
Die benötigte Menge an Trinkwasser variiert deutlich nach Tierart und Körpergewicht. Neubauer nennt eine praxisnahe Faustregel und konkrete Beispiele, die das Ausmaß des Bedarfs verdeutlichen:
- Faustregel: Etwa 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht gelten als Orientierung für den täglichen Bedarf.
- Reh: In heißen Phasen beträgt der Bedarf rund 6 Liter pro Tag; im Winter sinkt dieser Wert deutlich.
- Fuchs: Kommt mit vergleichsweise wenig aus, etwa 400–500 Milliliter täglich im Sommer, die oft durch Nahrung gedeckt werden.
„Die Menge an Trinkwasser, die einzelne Wildtiere täglich benötigen, hängt neben ihrem Gewicht davon ab, wie viel Flüssigkeit sie über die Nahrung aufnehmen können. Als Faustregel gilt: 60 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht brauchen Wildtiere.“
Verhalten und Beobachtungen
Viele Wildtiere decken ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über die Nahrung: frische Triebe, Knospen und saftige Gräser liefern in den frühen Morgenstunden viel Wasser. Rehe greifen deshalb bevorzugt auf diese Nahrungsquellen zurück und sind nur in längeren Hitzeperioden regelmäßig an offenen Gewässern zu beobachten. Füchse nutzen hingegen verstärkt Früchte, Beeren und Beutetiere als Flüssigkeitslieferanten.
Was bedeutet das für Menschen im Bezirk?
Für Waldbesucherinnen, Sportler und Landwirte hat die Situation konkrete Folgen: In besonders trockenen Phasen sollten die Ruhezonen der Tiere respektiert und Störungen, etwa durch laute Aktivitäten nahe von Durchzugs- oder Ruheplätzen, vermieden werden. Ebenso sinnvoll ist es, angelegte Wasserstellen in Streuobstwiesen oder an Feldrändern nicht zu stören, damit Wildtiere Zugang zu Trinkmöglichkeiten haben.
Praktische Hinweise
- Wald- und Feldwege in sensiblen Bereichen meiden, vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.
- Haustierhalterinnen und -halter sollten ihre Tiere im Freien nicht unbewacht lassen, um Konkurrenzdruck auf wildlebende Tiere zu vermeiden.
- Landwirtinnen und Landwirte können, wo möglich, vorhandene Wasserquellen zugänglich halten und auf Auffüllung achten.
Die Hinweise des Bezirksjägermeisters sind kurzfristig anwendbar und sollen helfen, Stresssituationen für Wildtiere zu reduzieren. Für weitergehende Maßnahmen, etwa das Anlegen dauerhafter Tränken oder kooperative Lösungen zwischen Forst- und Landwirtschaft, wären jedoch abgestimmte lokale Konzepte erforderlich.
| Tier | Geschätzter Tagesbedarf (Sommer) |
|---|---|
| Reh | ~6 Liter |
| Fuchs | 400–500 ml |
Die Angaben beruhen auf den aktuellen Erläuterungen des Bezirksjägermeisters und dienen als Orientierung für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Leibnitz. Konkrete lokale Maßnahmen zur Entlastung der Wildfauna können in Zusammenarbeit mit Jagd-, Forst- und Naturschutzbehörden besprochen werden.