Nach einem mehr als zwei Jahre dauernden Ermittlungsverfahren hat die Polizei in der Steiermark ein ausgedehntes Drogenvertriebsnetz mit Wurzeln in Leibnitz zerschlagen. Die Aktion, an der mehrere spezialisierte Einheiten beteiligt waren, führte zu zahlreichen Festnahmen, Hausdurchsuchungen und umfangreichen Beschlagnahmungen von Suchtmitteln, Bargeld sowie Schusswaffen.
Umfang der Ermittlungen und Beteiligte
Die Ermittlungen konzentrierten sich auf zwei Tätergruppen, die im Raum Graz, im Bezirk Graz-Umgebung sowie in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg kiloweise Drogen vertrieben haben sollen. Insgesamt wurden 15 Verdächtige ausgeforscht; 14 von ihnen wurden festgenommen. An den Maßnahmen beteiligt waren die Kriminaldienstgruppe Leibnitz, die Suchtmittelgruppe Deutschlandsberg, die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) Steiermark, das Einsatzkommando Cobra, die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) sowie die Bereitschaftseinheit (BE) Steiermark.
Sichergestellte Substanzen, Geld und Waffen
Die Polizei bezifferte die Gesamtmenge der sichergestellten Drogen und deren geschätzten Straßenverkaufswert. Auffällig sind die hohen Mengen an Marihuana sowie mehrere Labor- beziehungsweise Designerdrogen. Bei den Hausdurchsuchungen wurden neben Bargeld auch Schusswaffen gefunden.
| Position | Angabe |
|---|---|
| Ermittelter Verkaufswert | rund 1,3 Millionen Euro |
| Marihuana (insgesamt) | rund 100 Kilogramm (zusätzlich ca. 3 kg bei Durchsuchungen) |
| Designerdrogen | 2,5 kg 2MMC, 1,5 kg Pentedron |
| Ketamin | 1 kg |
| Weitere Sicherstellungen | 2 kg Amphetamin, 1 kg Kokain, 1 kg Haschisch, 0,8 kg Heroin, ~800 XTC-Tabletten |
| Bargeld | rund 20.000 Euro |
| Waffen | Mehrere Schusswaffen, darunter Pistolen und ein Kipplauf-Revolver |
Modus Operandi und Täterkreis
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden bezogen die Beschuldigten die Suchtmittel über verschiedene Lieferketten in Graz und Wien und verkauften diese anschließend in mehreren Bezirken. Die Anbahnung der Geschäfte erfolgte laut den Ermittlungen überwiegend über Social-Media-Plattformen. Unter den Verdächtigen befinden sich überwiegend österreichische Staatsangehörige; ferner wurden zwei kroatische und ein slowenischer Staatsbürger im Alter zwischen 20 und 31 Jahren genannt.
- Mehr als ein Dutzend Festnahmen und zahlreiche Hausdurchsuchungen markierten das Ende der Ermittlungsphase.
- Rund 80 Abnehmer konnten ermittelt und gesondert angezeigt werden.
- Ein Teil der Beschuldigten wurde bereits rechtskräftig zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
Bedeutung für den Bezirk Leibnitz
Für die Bevölkerung im Bezirk Leibnitz markieren die umfangreichen Ermittlungen einen wichtigen Eingriff gegen organisierte Suchtmittelkriminalität mit direktem lokalen Bezug. Die Sicherstellungen in großem Umfang sollen nach Einschätzung der Behörden den Straßenhandel in der Region empfindlich treffen. Zugleich zeigt der Fall die Bedeutung grenzübergreifender Lieferketten und digitaler Vertriebswege, die auch in kleineren Gemeinden Auswirkungen haben können.
Für Betroffene und Angehörige ist zu beachten, dass die Ermittlungen auch eine Reihe von Abnehmern betreffen: Nach Angaben der Polizei wurden rund 80 Konsumentenkontakte ausgeforscht und angezeigt. Für die Justiz folgen nun weitere Verfahrensschritte; bereits erfolgte rechtskräftige Verurteilungen belegen die Härte mancher Strafmaße in diesem Verfahren.
Die Polizei bezeichnete den Einsatz als koordinierten Erfolg mehrerer Sondereinheiten der Steiermark. Konkrete Hinweise auf weitere unmittelbar bevorstehende Maßnahmen wurden nicht genannt.