Ab Sonntag startet in Kitzbühel nach mehr als drei Jahrzehnten wieder ein internationales Damen-Tennisturnier auf WTA-125-Niveau. Für die Organisatoren und das heimische Publikum fällt dabei ein gern erwarteter Bestandteil weg: Die Tirolerin Anna Pircher (16) wird nicht im Hauptbewerb antreten können. Die Lokalmatadorin, die zuletzt im Juniorinnen-Bewerb von Wimbledon bis ins Viertelfinale vorgestoßen war, hat ihren Start kurzfristig wegen wiederkehrender Rückenprobleme abgesagt.
Trainingsrückstand und Vorsicht mit Blick auf die Zukunft
Pircher, die von Daniel Huber betreut wird, hatte bereits Anfang des Jahres mit Rückenproblemen zu kämpfen und musste längere Trainingspausen einlegen. Aus den Trainings- und PhysiotherapeutInnen-Untersuchungen ergab sich nun, dass sich der Rücken erneut bemerkbar mache. Huber bezeichnete den Verzicht als sehr bitter, machte jedoch deutlich, dass langfristige Gesundheit Vorrang habe:
„Wir müssen aufpassen, um ihren Körper nicht zu schädigen.“
Für Pircher ist eine Ruhephase vorgesehen: Sie werde mindestens zwei Wochen pausieren. In der Zwischenzeit übernimmt die ÖTV-Vertragsspielerin Leonie Rabl die für Pircher vorgesehene Wild Card.
Turnierfeld bleibt trotz Absage prominent
Trotz des Verlusts der Lokalspielerin präsentiert sich das Turnier sportlich gut besetzt. Angeführt wird das Teilnehmerinnenfeld von der slowenischen Weltranglisten-89. Veronika Erjavec. Zu den heimischen Vertreterinnen zählen unter anderem Sinja Kraus und Julia Grabher. Außerdem treten die Billie-Jean-King-Cup-Spielerinnen Ekaterina Perelygina und Arabella Koller im Hauptbewerb an.
- Topgesetzte Spielerin: Veronika Erjavec (SLO, WR-89)
- Österreichische Starterinnen im Hauptfeld: Sinja Kraus, Julia Grabher, Ekaterina Perelygina, Arabella Koller
- Nachrückerin für Pircher: Leonie Rabl (Wild Card)
| Spielerin | Herkunft | Bemerkung |
|---|---|---|
| Veronika Erjavec | Slowenien | Topgesetzte (WR-89) |
| Sinja Kraus | Österreich | Österreichische Hoffnung |
| Julia Grabher | Österreich | Erfahrene ÖTV-Spielerin |
Bedeutung für Kitzbühel und den Nachwuchs
Für Kitzbühel bedeutet die Absage einen spürbaren Einbruch in der Lokalverbindung zum Turnier. Pircher hätte als junge, vor Ort beheimatete Spielerin ein starkes Publikumsecho und mediales Interesse gebracht. Turnierdirektorin Carmen Huber betonte jedoch den Charakter des Events als Plattform für international aufstrebende Spielerinnen, die eine Bühne abseits der Top-Tour suchen. ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer hob ebenfalls hervor, dass Kitzbühel mit seinem Prestige und dem besonderen Flair weiterhin eine attraktive Bühne für österreichische Akteurinnen biete.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt das Turnier dennoch ein Ereignis mit internationaler Besetzung und Geschichten junger Talente. Für Pircher steht nun die medizinische Betreuung und ein vorsichtiger Aufbau im Vordergrund, damit eine langfristige Entwicklung nicht durch zu frühe Belastungen gefährdet wird.
Die konkreten Matchpläne und das Spielen der Wild Card für Pirchers Platz werden vom Turniermanagement kurzfristig kommuniziert.