Uraufführung am 27. Juli im Salzburger Landestheater
Im Salzburger Landestheater steht Ende Juli eine Premiere an, die lokal wie überregional Beachtung finden dürfte: Am 27. Juli ist die Uraufführung von Peter Handkes jüngstem Text geplant. An der Produktion sind die Schauspieler Jens Harzer und Marina Galic sowie der Regisseur Jossi Wieler beteiligt. Das Projekt ist eine Koproduktion mit dem Berliner Ensemble, wo bereits vier Probenwochen stattfanden; die Arbeit wurde anschließend in Salzburg fortgesetzt.
Die Beteiligten beschreiben das Vorhaben nicht als klassische Theaterfassung, sondern als Versuch, den Text in seiner Vielstimmigkeit und inneren Dynamik zu entfalten. Die Arbeitsweise habe zur Folge, dass die Suche nach einer Form noch andauert — ein Prozess, der bewusst so gewählt sei und sich am Charakter des Textes orientiere.
Arbeitsweise und Intention
Regisseur Wieler erläuterte, dass die Methode der Inszenierung darin bestehe, den gesamten Text zugänglich zu machen: Die Vorgabe an die beiden Darsteller sei gewesen, den kompletten Text zu lernen. Aus dieser Grundlage entstehe ein „Gewebe aus dem Text“, das nicht auf eine konventionelle dramatische Struktur reduziert werden solle. Die Ensemblearbeit zielt demnach darauf ab, einen Bewusstseinsstrom auf der Bühne erfahrbar zu machen — Stimmen, die sich ergänzen und hinterfragen.
„Wir sind immer noch am Suchen – und machen damit genau das, was der Text letztlich auch macht: Er sucht“,
so Wieler nach einer Probe, und Harzer bezeichnete das Stück als „ein vielstimmiger Text – ein schmales Bändchen, aber ein großer Text. Ein Bewusstseinsstrom, in dem Stimmen sich immer wieder ergänzen und hinterfragen“. Harzer hatte den Text bereits länger von Handke erhalten und galt als dessen Wunschbesetzung.
- Datum der Uraufführung: 27. Juli
- Beteiligte: Jens Harzer, Marina Galic, Jossi Wieler
- Koproduktion: Salzburger Landestheater und Berliner Ensemble
Nach Angaben der Beteiligten sei die Arbeit noch nicht abgeschlossen; es liege „keine große zeitliche, aber noch eine große textliche Strecke“ vor dem Team. Die Beschreibung lässt darauf schließen, dass die Aufführung nicht als fertiges Produkt, sondern als Ergebnis eines fortlaufenden Suchprozesses präsentiert werden wird.
| Element | Information |
|---|---|
| Text | Peter Handke: „Lautwerden des einen Kreuz-und-Quer-Gehenden zeit seines jeweiligen Innehaltens“ (Untertitel) |
| Darsteller | Jens Harzer, Marina Galic |
| Regie | Jossi Wieler |
| Koproduktion | Berliner Ensemble / Salzburger Landestheater |
Für das Salzburger Publikum bedeutet dies eine seltene Gelegenheit, eine neue Handke-Arbeit unmittelbar nach Abschluss einer intensiven Probenphase zu sehen — in einer Inszenierung, die ausdrücklich nicht auf einfache Dramatisierung, sondern auf die Verschränkung von Stimmen und Bewusstseinsfragmenten setzt. Wie diese formale Herangehensweise das Zuschauererlebnis beeinflussen wird, wird sich bei der Premiere zeigen.
Die Produktion reiht sich in eine Reihe prominenter Handke-Inszenierungen ein, zu denen auch frühere, in Salzburg gezeigte Arbeiten zählen. Die öffentliche Vorstellung der künstlerischen Suche vor einem Salzburger Publikum dürfte Debatten über Aufführungsform und Textnähe anstoßen.