Politische Kritik an der regionalen Notfallversorgung
Die Pläne des Landes Niederösterreich im Rahmen des Gesundheitspakts 2040+ stoßen bei den Grünen im Bezirk Gänserndorf auf scharfe Ablehnung. Landtagsabgeordnete Helga Krismer warnt davor, dass der Plan zu erheblichen Einbußen in der medizinischen Versorgung führen könne. Konkret nennen Krismer und die Grünen die geplante Auflassung von Notarztstützpunkten in Groß-Enzersdorf und Hainburg als Risiko für die Erstversorgung im Bezirk.
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen mögliche Strukturveränderungen, sondern auch gegen die Umsetzung: Die Grünen fordern, dass Ersatzlösungen durch Notfallsanitäter nur mit vollständiger, abgeschlossener Ausbildung zulässig sein dürfen. In diesem Zusammenhang wird ein Bundesgesetz als notwendig bezeichnet, um einheitliche Qualitätsstandards sicherzustellen.
Was die Grünen fordern
- Erhalt oder Ersatz von Notarztstützpunkten in betroffenen Gemeinden
- Sicherstellung einer 24/7-Versorgung etwa durch Ambulatorien
- gesetzliche Regelungen für Ausbildung und Einsatz von Notfallsanitätern
Die Grünen bezeichnen die vom Land geplante Lösung des Medizinischen Zentrums als unzureichend, weil dort eine dauerhafte, rund um die Uhr verfügbare Betreuung nicht gewährleistet sei. Stattdessen fordern sie ausdrücklich ein Ambulatorium mit durchgehender Erreichbarkeit.
„Wir wollen dafür sorgen, dass jeder jederzeit weiß, wohin er sich im Notfall wenden kann und dass das Projekt eines Ambulatoriums umgesetzt wird.“
Zusammen mit Bezirkssprecherin Beate Kainz und Landtagsabgeordnetem Georg Ecker betont Krismer die Notwendigkeit klarer, verlässlicher Anlaufstellen für Notfälle. Außerdem wird das Verhalten der SPÖ kritisiert: Die Grünen bringen vor, dass die SPÖ zunächst gemeinsam mit ÖVP und FPÖ den Pakt vorbereitet habe und sich dann plötzlich dagegen positioniere.
Konkrete Folgen für Patientinnen und Patienten
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Gänserndorf bedeuten mögliche Änderungen in der Notfallstruktur Verzögerungen in der Versorgung und Unsicherheit darüber, wo im Akutfall Hilfe zu finden ist. Besonders ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und jene ohne unmittelbaren Zugang zu Transportmöglichkeiten könnten davon betroffen sein.
| Ort | Bedenken |
|---|---|
| Groß-Enzersdorf | Wegfall des Notarztstützpunkts und Gefahr längerer Anfahrtszeiten |
| Hainburg | Analoges Risiko durch geplante Auflassung des Stützpunkts |
Die Grünen fordern, dass die Verantwortlichen transparente Informationen liefern, wie eine sichere Notfallversorgung auch künftig gewährleistet werden soll. Es geht dabei nicht allein um politische Auseinandersetzungen, sondern um konkrete Verfügbarkeiten medizinischer Hilfe und die Frage, ob nach Veränderungen die Qualität der Versorgung gesichert bleibt.
Ob und wie das Land auf die Kritik reagiert, blieb in der vorliegenden Darstellung unkommentiert. Für Betroffene im Bezirk bleibt daher die Aufforderung der Grünen an die Politik relevant: klare Zusagen zu Strukturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, damit im Notfall jeder kennt, wohin er sich wenden kann und eine 24-Stunden-Betreuung nicht nur auf dem Papier besteht.