Im Bezirk Gmunden ist die Zahl der Jugendlichen, die aktiv eine Lehrstelle suchen, laut Statistik der Arbeiterkammer Oberösterreich deutlich zurückgegangen. Während das Land Oberösterreich insgesamt ein Plus verzeichnet, weist Gmunden den mit Abstand stärksten Rückgang unter den Bezirken aus.
Konkrete Zahlen auf Bezirksebene
Ende August 2026 lagen für Oberösterreich insgesamt 9.451 junge Menschen unter 25 Jahren als suchend beim AMS oder in Schulungsmaßnahmen vor. Davon waren:
- 1.136 als lehrstellensuchend registriert,
- 5.054 arbeitslos,
- 3.261 in AMS-Schulungen.
| Region | Veränderung Lehrstellensuchende |
|---|---|
| Bezirk Gmunden | -40,4 % |
| Land Oberösterreich (insgesamt) | +4,1 % |
Was sagen die Verantwortlichen?
Die Arbeiterkammer hebt die Bedeutung von Lehrplätzen als Grundlage für spätere Erwerbsbiografien hervor und fordert mehr Engagement seitens der Politik und der Betriebe. AK-Präsident Andreas Stangl betont die Rolle geförderter Pilotprojekte und mahnt an, die Mittel für jugendspezifische Arbeitsmarktprogramme zu erhöhen.
„Die politisch Verantwortlichen auf Landesebene sind nun gefordert, den jungen Menschen passende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu bieten und ihnen so eine Perspektive zu geben.“ — Andreas Stangl, AK-Präsident
Regionale Bedeutung und Folgen
Der starke Rückgang der lehrstellensuchenden Jugendlichen im Bezirk bedeutet nicht automatisch, dass mehr Lehrstellen vorhanden sind; es kann auch auf demografische Schwankungen, Verlagerungen in andere Bildungswege oder Änderungen in der Meldelogik beruhen. Für lokale Betriebe und Ausbildungsinstitutionen ist die Entwicklung dennoch relevant:
- Für Betriebe: mögliche Verschiebungen bei der Rekrutierung von Lehrlingen und Chancen, aktiv Lehrplätze anzubieten oder zu bewerben.
- Für Schulen und Beratungsstellen: Bedarf an angepasster Berufsorientierung und Informationsangeboten, damit Jugendliche passende Lehrstellen finden.
- Für die Politik: Anlass, Förderinstrumente und AMS-Angebote zu prüfen und zielgerichtet zu ergänzen.
Der Vergleich mit Bezirken wie Rohrbach und Wels, wo die Zahl der Lehrstellensuchenden deutlich gestiegen ist, zeigt, dass die Lage regional sehr unterschiedlich sein kann. Daher sind lokal zugeschnittene Maßnahmen sinnvoll: etwa Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schulen, verstärkte Berufsorientierung in Pflichtschulen oder gezielte Förderprogramme für Unternehmen, die ausbilden.
Was jetzt zu tun ist
Für Betroffene im Bezirk Gmunden heißt das konkret: Junge Menschen sollten sich bei AMS, Lehrstellenplattformen und regionalen Berufsberatungen informieren; Betriebe sind gehalten, Ausbildungsplätze sichtbar zu machen und aktiv Ausbildungsangebote zu kommunizieren. Politische Entscheidungsträger auf Landes- und Bezirksebene werden ebenso in die Pflicht genommen, bestehende Förderungen zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen.
Die vorliegenden Zahlen bieten eine Grundlage für weitergehende Gespräche zwischen Sozialpartnern, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft, um Ausbildungswege im Bezirk Gmunden dauerhaft zu sichern und auszubauen.