Der 1885 errichtete Gmünder Hof am oberen Marktplatz steht kurz vor der Wiederinbetriebnahme. Nach einer längeren Sanierungsphase sind die Arbeiten im Inneren im Endspurt, der letzte Baukran wurde am Freitag demontiert. Erste Mieter, darunter kleine Start-ups und die Wirtschaftsförderung der Stadt, haben bereits ihre Räume bezogen. Die Stadt lädt die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür am 18. Juli ein, um das fertiggestellte Gebäude zu besichtigen.
Historische Bedeutung und Weg aus dem Leerstand
Der Gmünder Hof hat eine wechselvolle Nutzungsgeschichte: Errichtet als Hotel "Rad", später unter dem Namen "Gmünder Hof" bekannt, diente das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg lange als Einkaufsstandort mit dem Kaufhaus Woha. Die Insolvenz dieses Kaufhauses im Jahr 2008 führte zu langjährigem Leerstand. Erst nach fast 15 Jahren Stillstand konnten die Eigentumsverhältnisse geklärt und eine behördlich unterstützte Sanierung auf den Weg gebracht werden.
Förderung und politische Entscheidung
Der Gemeinderat genehmigte 2023, das Projekt im Rahmen der städtebaulichen Maßnahme "Altstadtquartiere" für Fördersummen vorzuschlagen. Damit konnte die Sanierung finanziell und politisch abgesichert werden, was die Grundlage für die aktuelle Fertigstellung bildete.
Nutzungskonzept und Folgen für die Innenstadt
Das neue Nutzungskonzept setzt auf Durchmischung: Gastronomie im Erdgeschoss, Büros, ein Bürgersaal und Start-ups in den Obergeschossen sollen dauerhaft Frequenz in die Innenstadt bringen. Die geplante Gastronomie bietet nach Angaben der Betreiber rund 200 Sitzplätze innen und etwa 140 Plätze im Außenbereich. Solche Kapazitäten können das Angebot auf dem Marktplatz stärken und die Aufenthaltsqualität im Zentrum erhöhen.
- Öffentliches Besichtigungsdatum: 18. Juli
- Historisches Baujahr: 1885
- Gastronomie-Sitzplätze: ca. 200 innen, 140 außen
Lokale Bedeutung und Ausblick
Für Anrainer, Handel und Gastronomie in der Innenstadt bedeutet die Wiederbelebung des Gebäudes eine spürbare Aufwertung: Mehr Besucher im Zentrum können die Umsätze in umliegenden Betrieben stabilisieren. Auch die Ansiedlung von Start-ups und der Wirtschaftsförderung verspricht Impulse für Arbeitsplätze und Vernetzung vor Ort. Zugleich zeigt das Projekt, wie langwierige Eigentumsfragen und gezielte Förderpolitik zusammenwirken müssen, damit denkmalgeschützte oder stadtbildprägende Gebäude wieder nutzbar werden.
Praktische Informationen
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich am Tag der offenen Tür über die Nutzungsbereiche informieren. Für die Gastronomie im Erdgeschoss ist mit einer zeitnahen Eröffnung nach Abschluss der Innenarbeiten zu rechnen; genaue Termine sollen bei der Besichtigung bekanntgegeben werden.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Baujahr | 1885 |
| Geplante Innenplätze Gastronomie | 200 |
| Geplante Außenplätze Gastronomie | 140 |