Reaktionen auf Stadtfest: Gesprächsangebot statt Rücktritt
Der Geschäftsführer des Halleiner Tourismusverbandes, Rainer Candido, hat erstmals direkt auf die anhaltende Kritik an der Organisation des jüngsten Halleiner Stadtfestes reagiert. Er räumte Fehler ein, kündigte jedoch an, seine Funktion weiter wahrzunehmen und stattdessen mit Kritikern das Gespräch zu suchen.
Die Beschwerden von Gewerbetreibenden und Anrainerinnen betreffen laut Darstellung mehrere Punkte: Lärm, hohe Stellplatzgebühren sowie die Platzierung von blickdichten Bauzäunen vor bestimmten Lokalen. Diese Maßnahmen hatten beim Event für Unmut gesorgt und führten in der Folge zu personellen Konsequenzen im Tourismusverband.
- Beschwerdepunkte: Lärm, Gebühren, Abgrenzungen durch blickdichte Zäune
- Organisation: Einsatz einer Dienstleistungsfirma für Zäune
- Konsequenz: Rücktritt des Vorstands des Tourismusverbandes
„Ich sage auch, dass das unglücklich gelaufen ist. Wir haben eine Dienstleistungsfirma, die diese Zäune hier bereitgestellt hat. Das war nicht ideal und ich würde das in dieser Art und Weise nicht mehr machen.“
Mit diesem Eingeständnis stellt Candido klar, dass die Auswahl und Platzierung der Zäune nicht seinen Vorstellungen entsprach und er künftig anders verfahren will. Gleichzeitig betonte er, dass eine Abgrenzung am Fest nötig sein kann, aber nicht in der gewählten Form.
Politische Folgen und nächster Schritt
Bereits vergangenes Wochenende zog der Vorstand des Tourismusverbandes die Reißleine und trat geschlossen zurück. Als direkte politische Reaktion wurde für den kommenden Montag eine Sondersitzung der Gemeindevertretung einberufen, die schwerpunktmäßig den Tourismusverband und die Ereignisse rund ums Stadtfest behandeln wird.
Candido erklärte, er denke derzeit nicht an einen Rücktritt. Stattdessen lädt er alle beteiligten Gruppen zu einem runden Tisch ein. Zu den konkreten Formaten oder Teilnahmebedingungen des Gesprächs gibt es bisher keine näheren Angaben.
| Aspekt | Bekannte Fakten |
|---|---|
| Hauptkritik | Lärm, Gebühren, blickdichte Zäune |
| Verantwortung für Zäune | Dienstleistungsfirma (vom TVB beauftragt) |
| Personelle Folge | Vorstand des TVB trat geschlossen zurück |
| Politische Reaktion | Sondersitzung der Gemeindevertretung am Montag |
Für Geschäftsleute und Anrainerinnen stellt sich nun die Frage, wie kurzfristig konkrete Verbesserungen umgesetzt werden können: Welche Regeln gelten künftig für Lautstärke und Gebühren, wie wird die optische Gestaltung von Abgrenzungen abgestimmt und welche Kontrollmechanismen greifen in der Abwicklung von Dienstleisteraufträgen? Antworten darauf werden in der Sondersitzung und im angekündigten runden Tisch erwartet.
Die Angelegenheit hat Bedeutung über den unmittelbaren Festverlauf hinaus: Das Vertrauen zwischen Veranstaltern, lokalen Betrieben und Anrainerinnen ist eine Grundlage für künftige Events in Hallein. Ob das Gesprächsangebot zu einer getragenen Lösung führt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.