Die Diskussion um das jüngste Stadtfest in Hallein hat eine neue Phase erreicht. Nachdem der Vorstand des Tourismusverbandes geschlossen zurückgetreten ist, stehen Fragen zu Organisation, Teilnehmergebühren und Lärmbelastung im Mittelpunkt der Debatte. Betroffen sind vor allem Anrainer der Altstadt, Geschäftsinhaber und die Gemeindepolitik.
Konfliktpunkte und Forderungen
Mehrere Kritikpunkte wurden laut: Die Positionierung blickdichter Bauzäune vor Lokalen, die Höhe der Stellplatzgebühr und die aus Sicht einiger Anrainer zu große Lärmbelastung in den Nachtstunden. In einer Aussendung des TVB heißt es, dass die Abläufe rund um das Stadtfest «umfassend evaluiert» werden sollen und man die Kritik ernst nehme.
- Stellplatzgebühr: Kritisiert wurde eine Gebühr in Höhe von 960 Euro, die Bezug nimmt auf Kosten für Strom, Entsorgung und Infrastruktur.
- Bauzäune: Vor zwei Lokalen waren blickdichte Zäune errichtet worden, was bei Betroffenen für Unverständnis sorgte.
- Lärmbelastung: Eingebrachte Messungen sollen Überschreitungen in den Nachtstunden aufgezeigt haben; genannt wurden ein Dauerpegel von 80 Dezibel und Spitzenniveaus, die mit 116 Prozent angegeben wurden.
Reaktionen aus der Bevölkerung und der Politik
Altstadtbewohnerinnen und -bewohner drängen auf Veränderungen und sprachen vergangene Woche von unzumutbaren Zuständen, wenn Veranstalter und Politik vermeintlich geltende Vorgaben nicht ernst nehmen. Auf politischer Ebene wurde eine Sondersitzung der Gemeindevertretung einberufen, in der das Thema Tourismusverband und Stadtfest behandelt werden soll.
„Die Umsetzung war nicht ideal, das kann man eleganter lösen“, sagte der Geschäftsführer des TVB zur Kritik an Ablauf und Aufstellung.
Gleichzeitig fordern Teile der Oppositions- und Bürgerliste Konsequenzen auf operativer Ebene: Ein Vorwurf lautete, dass ein Stadtfest künftig „ohne Candido“ stattfinden solle. Der Geschäftsführer selbst schlägt derweil einen runden Tisch vor, um die Vorwürfe gemeinschaftlich aufzuarbeiten; eine Moderation durch eine externe Fachbegleitung wurde vorgeschlagen.
Institutionelle Folgen und nächste Schritte
Der Vorstand des Tourismusverbandes ist bereits zurückgetreten. Ob und wie sich die Struktur des Verbandes dadurch ändert und welche personellen oder organisatorischen Konsequenzen folgen, ist offen. Fest steht: Für die Gewerbetreibenden und Anrainer geht es um konkrete Fragen der Alltagsbelastung und um die wirtschaftliche Zumutbarkeit von Teilnahmebedingungen bei städtischen Events.
| Datum / Ereignis | Konsequenz / Status |
|---|---|
| Juni/Juli 2026 (Stadtfest) | Kritik an Ablauf, Gebühren und Lärm |
| Letzte Woche | Interne Sitzung TVB; Vorstand tritt geschlossen zurück |
| Bevorstehend | Sondersitzung der Gemeindevertretung; Vorschlag runder Tisch |
Für Betroffene im Bezirk Hallein sind zwei Aspekte besonders relevant: Zum einen die kurzfristige Regelung möglicher Lärmschutz- und Betriebszeiten bei künftigen Veranstaltungen, zum anderen die Frage, wie Gebühren und Infrastrukturkosten künftig transparent und nachvollziehbar verteilt werden. Gewerbetreibende sollten sich auf anstehende Gemeinderats- und TVB-Veranstaltungen einstellen, um ihre Anliegen vorzubringen; Anrainer können Ruhestörungsmeldungen und Beobachtungen dokumentieren, um Messungen und Beschwerden zu untermauern.
Ob der vorgeschlagene runde Tisch zu einer Entschärfung der Lage führen kann, hängt wesentlich von der Zusammensetzung, der Moderation und verbindlichen Empfehlungen ab. Die kommenden Beschlüsse der Gemeindevertretung werden zeigen, in welche Richtung sich die städtische Veranstaltungsplanung in Hallein entwickelt und wie künftige Stadtfeste organisiert werden, um die Interessen von Anrainerinnen, Geschäftsleuten und Besucherinnen besser in Einklang zu bringen.