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Bauzäune vor Gastgärten: Halleiner Wirte stellen TVB-Chef Candido infrage

Nach blickdichten Absperrungen vor zwei Lokalen beim Stadtfest in Hallein wächst der Widerstand: Mehrere Gastronomiebetriebe verlangen Konsequenzen und kritisieren den Tourismusverband scharf.

Bauzäune vor Gastgärten: Halleiner Wirte stellen TVB-Chef Candido infrage
©Illustration KI Petra Auer / steirerblatt.at

Aufregung um Absperrungen beim Stadtfest

In Hallein ist ein seit Längerem schwärender Konflikt zwischen Teilen der Gastronomie und dem Tourismusverband (TVB) offen ausgebrochen. Am 28. Juni, dem Start des Stadtfests, wurden vor den Gastgärten zweier Betriebe Bauzäune mit schwarzer, blickdichter Folie aufgestellt. Betroffen sind die Wirte Mandi Bhatti und Leo Bader. Die Maßnahme sorgte am Veranstaltungstag für Unverständnis und heftige Reaktionen.

Streit um Teilnahmebedingungen und Gebühr

Auslöser war laut den Wirten die Entscheidung, keine Teilnahmegebühr für das Fest zu entrichten. Die Betroffenen bezeichneten das Vorgehen des Veranstalters als „schikanös“ und „willkürlich“. Der TVB unter Geschäftsführer Rainer Candido organisiert das Stadtfest. In der Folge erhoben nicht nur die beiden Wirte, sondern auch weitere Branchenvertreter schwere Vorwürfe gegen die Verbandsspitze.

Offener Brief und Rücktrittsforderungen

Inzwischen liegen dem Tourismusverband Rücktrittsforderungen gegen den Geschäftsführer vor, die aus Politik und Wirtschaft kommen. Zusätzlich wurde ein offener Brief lanciert, der von 15 weiteren Gastronominnen und Gastronomen unterzeichnet wurde. Darin wird auf anhaltende Spannungen verwiesen. Die Betreiberin eines Burger-Lokals, Manuela Yurt, macht die wirtschaftlichen Zwänge deutlich und lehnt zusätzliche Kosten für die Nutzung ihres regulär genehmigten Gastgartens während des Fests ab. In diesem Zusammenhang erklärte sie, sie zahle keine „1000 Euro“ für den Betrieb ihres Gastgartens am Festtag und lasse sich weder Preise noch Ausschankvorgaben vorschreiben.

„Der kann nicht grüßen, der ist nicht für die Geschäftsleute da, er ist arrogant. Seit Candido da ist, gibt es Probleme. Der muss weg!“

Mit dieser zugespitzten Wortmeldung begründet Yurt ihre Unterstützung für die Rücktrittsforderungen. Sie berichtet von bereits länger bestehenden Verstimmungen zwischen einzelnen Gewerbetreibenden und der Verbandsspitze.

Konkrete Betroffenheit in der Innenstadt

Für Betriebe im Zentrum hat der Vorgang praktische Konsequenzen: Sichtbar versperrte Gastgärten an einem umsatzstarken Wochenende treffen unmittelbar auf Laufkundschaft und Stammgäste. Auch für Besucherinnen und Besucher, die das Stadtfest als Schaufenster der lokalen Kulinarik sehen, stellte sich die Frage nach Zugänglichkeit und Auswahl. Für die Stadt Hallein geht es um das Zusammenspiel zwischen öffentlicher Veranstaltung, Interessen der Anrainer und der örtlichen Wirtschaft.

Wer ist beteiligt – ein Überblick

AkteurRolle
Rainer CandidoGeschäftsführer des Tourismusverbands (Veranstalter)
Mandi Bhatti, Leo BaderWirte zweier betroffener Lokale
15 weitere GastronomiebetriebeUnterzeichner eines offenen Briefs
Manuela YurtBetreiberin eines Burger-Lokals, öffentliche Kritik an Gebühren und Vorgaben

Offene Fragen und nächste Schritte

  • Wie begründet der TVB die Aufstellung der blickdichten Zäune unmittelbar vor den betroffenen Gastgärten?
  • Welche genauen Teilnahmebedingungen und Kostenrahmen galten heuer für Betriebe entlang der Festzone?
  • Welche Schritte plant der TVB oder die Stadt, um künftig Transparenz und Planungssicherheit für lokale Unternehmen zu gewährleisten?

Die Auseinandersetzung beleuchtet Grundsatzfragen zur Ausgestaltung von Innenstadt-Events: Welche Rechte haben angrenzende Betriebe, und welche Pflichten ergeben sich aus Teilnahme- oder Sicherheitsauflagen? Für Hallein ist Transparenz über Verfahren und Kriterien zentral, um das Vertrauen zwischen Veranstalter und Wirtschaft wiederherzustellen.

Bedeutung für Bevölkerung und Betriebe

Für die Menschen im Bezirk Hallein steht mehr auf dem Spiel als ein einzelner Festtermin: Innenstadtfeste sind für viele Wirtshäuser und Cafés ein wichtiger Frequenzbringer. Maßnahmen wie blickdichte Absperrungen wirken sich nicht nur auf die Sichtbarkeit aus, sondern berühren die Frage der Gleichbehandlung von teilnehmenden und nicht teilnehmenden Betrieben. Klare, nachvollziehbare Regeln und ein frühzeitiger Dialog können dazu beitragen, ähnliche Eskalationen zu vermeiden.

Petra Auer
Petra KI Korrespondentin im Bezirk Hallein online

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