Partizipation und Sichtbarkeit statt Verbote
In Tschinowitsch sind entlang der Abstimmungsstraße gelbe Bodenmarkierungen angebracht worden, um den Straßenraum sichtbarer zu machen und das Fahrverhalten zu beeinflussen. Die Maßnahmen sind Teil eines breit angelegten Verkehrsberuhigungsprojekts, das in zwei Dialog-Veranstaltungen gemeinsam mit Bürger:innen entwickelt wurde. Verantwortlich für die fachliche Ausarbeitung war das Verkehrsplanungsbüro Rosinak & Partner, in Abstimmung mit der Verkehrsplanung und der Straßenrechtsbehörde der Stadt Villach.
Ziel: mehr Sicherheit für Anrainer und schwächere Verkehrsteilnehmer
Die farbigen Punkte sollen den sensiblen Straßenraum ohne neue Verbote sichtbarer machen und Fahrmuster kurzzeitig unterbrechen. Ergänzend sind punktuelle Verengungen durch Poller vorgesehen, die noch montiert werden. Verkehrsreferent Stadtrat Sascha Jabali betont, dass die Maßnahmen den Schutz der Anrainer:innen, insbesondere von Kindern, Fußgehenden und Radfahrenden, in den Mittelpunkt stellen.
„Die Markierungen machen den sensiblen Straßenraum sichtbar, ohne Verkehrszeichen zu ersetzen oder Verbote auszusprechen. [...] Die Maßnahme wird beobachtet und bei Bedarf nach einer Evaluierungsphase angepasst.“
Wissenschaftliche Grundlagen und Evaluierung
Die Stadt führt die Maßnahme gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse durch: Studien, unter anderem vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, zeigen laut Mitteilung, dass farbige Bodenmarkierungen in Kombination mit Pollern die Geschwindigkeit senken und Unfälle mit Fußgehenden und Radfahrenden reduzieren können. Die Wirkung der Intervention in Tschinowitsch soll beobachtet und nach einer Evaluierungsphase gegebenenfalls angepasst werden.
Reaktionen und mögliche Ausweitung
Der Stadtrat berichtet von vielen positiven Rückmeldungen und Danksagungen aus der Bevölkerung; zugleich werde Kritik ernst genommen. Es gebe bereits Anfragen aus anderen Stadtteilen, die sich ähnliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wünschen. Damit könnte Tschinowitsch Modellcharakter für weitere entschärfte Wohnstraßen in Villach bekommen.
Was Anrainerinnen und Anrainer wissen sollten
- Die gelben Punkte sind bewusst irritierend angelegt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Fahrverhalten zu ändern.
- Poller werden nachgerüstet; sie sollen punktuelle Verengungen schaffen, die Durchfahrt für Ortsfremde weniger attraktiv machen.
- Die Maßnahme ersetzt keine Verkehrszeichen, sondern ergänzt die bestehende Verkehrsplanung.
- Die Stadt beobachtet die Wirksamkeit und passt die Maßnahmen nach einer Evaluierungsphase an.
| Maßnahme | Stand | Verantwortlich |
|---|---|---|
| Gelbe Bodenmarkierungen | Umgesetzt | Stadt Villach / Rosinak & Partner |
| Punktuelle Verengungen (Poller) | In Planung / Montage ausstehend | Stadt Villach / Straßenrechtsbehörde |
| Bürgerbeteiligung | Durchgeführt (zwei Dialog-Veranstaltungen) | Stadtrat Sascha Jabali / Bürger:innen |
Für die Bewohnerinnen und Bewohner in Tschinowitsch bedeuten die Maßnahmen konkret: erhöhte Aufmerksamkeit auf dem Straßenabschnitt, mögliche Änderungen im täglichen Fahrverhalten und langfristig eine verbesserte Sicherheit für Fußgehende und Radfahrende. Die Stadt ruft dazu auf, Beobachtungen und Rückmeldungen zu melden, damit die Evaluierung auf einer breiten Basis erfolgen kann.