Freiwillige im Einsatz auf der Hochalm-Bärntal
Am 18. Juli haben rund 20 Freiwillige die Hochalm-Bärntal von Stauden, Sträuchern, Farnen und unerwünschtem Gestrüpp befreit. Die Aktion wurde von der Landwirtschaftskammer Steiermark gemeinsam mit dem Almwirtschaftsverein zum „Tag der Almen“ organisiert. Ziel war es, durch manuelle Pflege einer drohenden Verbuschung entgegenzuwirken und so die traditionelle Almlandschaft zu erhalten.
Bedeutung für Tourismus, Biodiversität und Landwirtschaft
Die Pflege der Almen ist keine reine Ästhetikfrage: Ohne regelmäßiges Beweiden und Entfernen von Gehölz würden viele Flächen binnen kurzer Zeit verwalden. Das hat Folgen für Wandernde und Erholungssuchende, die gepflegte Almflächen als Erholungsraum und kulturhistorisches Landschaftsbild schätzen, sowie für die Tierhaltung selbst.
- Rund 1.610 Almen gibt es in der Steiermark.
- Auf diesen Flächen weiden im Sommer knapp 42.000 Rinder, 900 Pferde und etwa 6.000 Schafe und Ziegen.
- Die Almen sind Lebensraum für zahlreiche seltene Arten – von Silberdistel bis Ringdrossel – und gelten als Schatzkammer der Biodiversität.
Die Pflegeleistungen, die Bäuerinnen und Bauern erbringen, haben zudem einen hohen wirtschaftlichen Wert. Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer würden diese Arbeitsschritte, würden sie extern bezahlt werden müssen, jährlich etwa 40 Millionen Euro kosten.
„Experten der Landwirtschaftskammer Steiermark haben errechnet, dass die Almpflege-Leistungen jährlich 40 Millionen Euro kosten würden, würden die Bäuerinnen und Bauern diese schweißtreibende Arbeit nicht machen“
Was die Aktion praktisch bedeutet
Für den Bezirk Deutschlandsberg zeigt der Almputztag exemplarisch, wie lokale Ehrenamtsarbeit und bäuerliche Bewirtschaftung zusammenwirken: Ehrenamtliche unterstützen bei punktuellen Maßnahmen, die langfristig das Weideangebot und die Attraktivität der Landschaft sichern. Gleichzeitig werden so Biotope für gefährdete Pflanzen- und Vogelarten erhalten.
Für Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren möchten, bedeutet das konkret: Kurzfristige Einsätze bei Pflegeaktionen sind möglich und willkommen. Für Landwirtinnen und Landwirte bleibt die regelmäßige Almbewirtschaftung unverzichtbar, um Kulturlandschaft und Weideflächen zu erhalten.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Helfer beim Almputztag | ~20 |
| Steirische Almen insgesamt | 1.610 |
| Sommerviehabtrag | 42.000 Rinder, 900 Pferde, 6.000 Schafe/Ziegen |
| Geschätzte Kosten für externe Almpflege | 40 Mio. Euro/Jahr |
Solche Zahlen machen deutlich: Die Arbeit auf den Almen ist ökologisch wie wirtschaftlich ein zentraler Baustein der Region. Initiativen wie der Almputztag leisten einen Beitrag, die Bewirtschaftungspraxis sichtbar zu halten und das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen.
Für die Menschen im Bezirk Deutschlandsberg bedeutet das: Erhaltene Almen sichern lokale Wertschöpfung, touristische Anziehungspunkte und den Fortbestand seltener Arten. Freiwilligenarbeit ergänzt dabei die tägliche Arbeit der Bäuerinnen und Bauern, ersetzt sie aber nicht.