Freiwillige leisten Handarbeit gegen Verbuschung
Am Samstag, dem 18. Juli, trafen sich rund 20 Helferinnen und Helfer am Hochalm-Bärntal, um die Almflächen von unerwünschtem Gestrüpp, Stauden, Sträuchern und Farnen zu befreien. Neben Freiwilligen aus dem Bezirk Deutschlandsberg war auch Beteiligung aus dem Bezirk Leibnitz vor Ort. Ziel der Aktion war, die Almen vor einer schnellen Verwilderung zu bewahren und die Sichtbarkeit sensibler Lebensräume zu sichern.
Bedeutung der Almpflege für Natur und Region
Die Pflege der Almen ist aus mehreren Gründen zentral für die Region: Sie erhält die traditionelle Kulturlandschaft, sichert Lebensräume seltener Arten und trägt zur Attraktivität für Erholungssuchende und den Tourismus bei. Ohne regelmäßige Nutzung und Pflege droht Verbuschung, die Lebensraumstrukturen verändert und die Artenvielfalt mindert.
- Teilnehmende: 20 Freiwillige
- Datum der Aktion: 18. Juli
- Ort: Hochalm-Bärntal (Weststeiermark), Beteiligung aus Deutschlandsberg und Leibnitz
Expertinnen und Experten der Landwirtschaftskammer Steiermark haben berechnet, dass die jährlichen Leistungen zur Almpflege einen hohen materiellen Wert haben. Ohne die Arbeit der bäuerlichen Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter würden diese Pflegemaßnahmen erhebliche Kosten verursachen.
„Expertinnen und Experten der Landwirtschaftskammer Steiermark haben errechnet, dass die Almpflege-Leistungen jährlich 40 Millionen Euro kosten würden, würden die Bäuerinnen und Bauern diese schweißtreibende Arbeit nicht machen“,
Dieses Zitat unterstreicht, wie viel ökonomischer Wert in der freiwilligen und bäuerlichen Pflege der Almen steckt. Die steirischen Almen gelten zudem als Refugien für seltene Arten — von Pflanzen wie der Silberdistel bis zu Vogelarten wie der Ringdrossel — deren Bestand stark von extensiver Bewirtschaftung abhängt.
Regionale Zahlen zur Almwirtschaft
Die Landwirtschaftskammer nennt für die Steiermark konkrete Größenordnungen, die auch für die Gemeinden im Bezirk relevant sind. Zur Einordnung hier eine kompakte Übersicht:
| Parameter | Angabe (Steiermark) |
|---|---|
| Anzahl Almen | 1.610 |
| Rinder im Sommer | ~42.000 |
| Pferde | 900 |
| Schafe und Ziegen | 6.000 |
Für Menschen im Bezirk Deutschlandsberg bedeutet das: Die Pflege der Almen ist nicht nur eine landwirtschaftliche Notwendigkeit, sondern ein Beitrag zum Erhalt öffentlicher Güter wie Landschaftsbild, Biodiversität und touristischer Infrastruktur. Aktionen wie der Almputztag zeigen, dass ehrenamtliches Engagement und bäuerliche Arbeit zusammenwirken, um diese Werte zu bewahren.
Die Landwirtschaftskammer und lokale Almvereine rufen weiterhin zu Unterstützung auf, gerade weil das Ausmaß der notwendigen Arbeit und der Wert ihrer Leistung deutlich über den sichtbaren Aufwand hinausgeht. Für Gemeinden, Tourismusbetriebe und Besucher sind intakte Almen ein Standortvorteil — ihre Erhaltung erfordert jedoch fortlaufende Pflege.