Neubaugasse: Bilanz nach sechs Jahren Begegnungszone
Die Umgestaltung der Neubaugasse zur Begegnungszone, die vor sechs Jahren politisch und gesellschaftlich umstritten war, findet laut einer nun veröffentlichten Studie überwiegend positive Resonanz. Das Meinungsforschungsinstitut Foresight (ehemals SORA) dokumentiert in der Evaluierung hohe Zustimmungswerte sowohl bei Anwohnerinnen und Anwohnern als auch bei lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern.
„Eine attraktive Einkaufsstraße schafft Frequenz, stärkt den lokalen Handel und macht den Standort langfristig wettbewerbsfähig“
Dieses Fazit bringt Kurt Wilhelm, Obmann der Kaufleute-Initiative „im7ten – IG“, auf den Punkt. Die Studie liefert folgende Kernergebnisse:
- 83 % der Bewohnerinnen und Bewohner sind mit der Umgestaltung sehr oder ziemlich zufrieden.
- 77 % geben an, dass sie sich seit der Neugestaltung wohler fühlen.
- 31 % möchten künftig noch häufiger Zeit in der Neubaugasse verbringen.
- 68 % der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer befürworten weitere nachhaltige Straßenumgestaltungen im Bezirk.
- Die Fußgängerinnen- und Fußgängerfrequenz stieg nach der Umgestaltung um 50 %.
Die Zahlen unterstreichen, dass die Begegnungszone die Lebens- und Einkaufsqualität in Neubau verändert hat. Immerhin jede zweite Händlerin bzw. jeder zweite Händler sieht den Bezirk als attraktiveren Wirtschaftsstandort durch die Maßnahme. Bürgermeisterschaftliche und bezirkliche Akteure werten das als Bestätigung für weitere urbane Fußgänger- und Aufenthaltsqualitäten.
Offene Punkte: Verkehrsführung und Lieferzugang
Trotz der überwiegend positiven Bewertung nennt die Studie explizit Bereiche mit Optimierungspotenzial. Verkehrszählungen und Analysen weisen insbesondere in den Kreuzungsbereichen Burggasse und Siebensterngasse auf mögliche Engpässe hin. Die veränderte Verkehrsnutzung hat laut Evaluierung die Anforderungen an Erreichbarkeit und Lieferverkehr verändert; mitunter sind Anpassungen bei der Einbahnführung beschlossen worden, um die Erreichbarkeit der Betriebe sicherzustellen.
Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) betont die Notwendigkeit laufender Evaluation: Wer Pionierprojekte umsetzt, müsse bereit sein, sie kontinuierlich weiterzuentwickeln, wo Verbesserungen möglich seien. Konkret wird die Einbahnführung in der Straße angepasst, um die Verkehrsflüsse zu entzerren.
Was das für Wienerinnen und Wiener praktisch bedeutet
Für Bewohnerinnen und Besucherinnen heißt das: mehr Aufenthaltsqualität, mehr Fußverkehr und eine veränderte Verkehrsführung an kritischen Knotenpunkten. Gewerbetreibende profitieren von erhöhter Frequenz, stehen aber zugleich vor der Herausforderung, Lieferlogistik und Zugänglichkeit im Alltag neu zu organisieren.
| Aspekt | Ergebnis |
|---|---|
| Zufriedenheit Anwohnende | 83 % |
| Wohlbefinden seit Umgestaltung | 77 % |
| Mehr Fußgängerinnen/Fußgänger | +50 % |
Die Studie zeigt, dass städtische Umgestaltungen sowohl Chancen für die lokale Wirtschaft als auch neue Anforderungen an Verkehrsplanung mit sich bringen. Weiteres Monitoring und punktuelle Anpassungen bei Verkehrsführung und Logistik sollen sicherstellen, dass die Neubaugasse nachhaltig nutzbar bleibt – für Anrainerinnen, Kundinnen und die ansässigen Betriebe gleichermaßen.