Notfall am Naturfreundesteig: Polizeihubschrauber rettet zwei Wanderer
Am Samstag mussten auf dem Traunstein zwei erschöpfte Wanderer von der Bergrettung per Polizeihubschrauber ins Tal gebracht werden. Die beiden, ein 29- und ein 31-jähriger Mann, hatten in den frühen Morgenstunden den Naturfreundesteig in Angriff genommen und zeigte sich laut Polizei konditionell der Route nicht gewachsen.
Nach rund fünf Stunden Aufenthalt am Steig hatten die beiden nur etwa ein Drittel der Strecke bewältigt. Üblicherweise werde die Gesamtstrecke in drei bis vier Stunden bewältigt, heißt es in der Einsatzmeldung. In etwa 950 Metern Seehöhe konnten die Wanderer schließlich nicht mehr weitergehen; die Bergrettung alarmierte deshalb den Polizeihubschrauber, der die Personen ins Tal flog.
Der Vorfall verweist auf zwei Aspekte, die für alle Berggehenden im Salzkammergut relevant sind:
- Die Einschätzung eigener Kondition und Planung der Tourdauer ist zentral.
- Orientierungshilfen wie Handyapps können ergänzend nützlich sein, dürfen aber nicht die Vertrautheit mit Gelände und Route ersetzen.
Am selben Tag gerieten zudem zwei russische Staatsbürger am Attersee in eine Notlage. Die beiden hatten den Mahdlgupf-Klettersteig begehen wollen und orientierten sich dabei offenbar an einer Handyapp. Diese führte sie beim Zustieg in unwegsames, felsiges Gelände, aus dem sie weder vor noch zurück konnten. Auch hier musste schließlich der Polizeihubschrauber ausrücken und die beiden Bergsteiger bergen.
| Vorfall | Alter / Herkunft | Ursache | Einsatzmittel |
|---|---|---|---|
| Traunstein, Naturfreundesteig | 29 & 31 Jahre | Überschätzung, Erschöpfung | Polizeihubschrauber |
| Attersee, Mahdlgupf-Klettersteig (Zustieg) | zwei russische Staatsbürger | Fehlleitung durch Handyapp, unwegsames Gelände | Polizeihubschrauber |
Beide Einsätze unterstreichen, dass auch erfahren wirkende Wege im alpinen Raum rasch gefährlich werden können, wenn Kondition, Wetter oder Orientierung nicht zusammenpassen. Für die Menschen im Bezirk Gmunden bedeutet das konkret:
- Routenplanungen realistisch einschätzen und Zeiten großzügig bemessen.
- Notfallnummern und Möglichkeiten zur Bergung kennen; der Einsatz eines Hubschraubers entbindet nicht von möglichen Gefahren und Kostenüberlegungen.
- Bei Orientierung per App Karten, Wegmarkierungen und lokale Hinweise berücksichtigen; Apps können in steilem oder felsigem Gelände fehlleiten.
Die Bergrettung und die Polizei raten zur sorgfältigen Vorbereitung: Streckenprofil studieren, Ausrüstung prüfen und die eigene Fitness ehrlich einschätzen. Solche Einsätze belasten Rettungskräfte und bergen Risiken für Betroffene und Helfer gleichermaßen.