Brutale Erpressung über Monate aufgeklärt
In Linz ist eine monatelange Erpressungsserie gegen einen 13-jährigen Buben aufgeklärt worden. Wie die Polizei mitteilte, sollen mehrere Jugendliche das Opfer über rund fünf Monate hinweg massiv bedroht, zur Herausgabe von Bargeld und Wertgegenständen gezwungen und teils schwer misshandelt haben.
Die Ermittlungen des Kriminalreferats Linz führten nach Angaben der Exekutive zu zwei Festnahmen: Einem 15-jährigen Syrer aus Linz sowie einem 15-jährigen Afghanen aus Wels. Beide Beschuldigten wurden nach richterlicher Anordnung in Gewahrsam genommen. Der in Linz gefasste 15-Jährige gab bei einer Vernehmung sofort zu, teilgenommen zu haben und wurde in das Polizeianhaltezentrum Linz gebracht; der zweite Festgenommene wurde in die Justizanstalt Wels eingeliefert.
Art und Umfang der Gewalt
Den Aussagen der Polizei zufolge setzten die Täter einschüchternde Mittel ein: Dem 13-Jährigen soll unter anderem eine Machete an den Hals gehalten worden sein, er soll mit einem Elektroschocker traktiert und mehrfach geschlagen worden sein. Die Gruppe soll dem Jungen laut Ermittlern auch Todesdrohungen ausgesprochen haben. Aus Angst übergab das Opfer wiederholt Geld und persönliche Gegenstände an die Täter.
- Opfer: 13-jähriger Bursch (Linz)
- Beschuldigte: zwei 15-Jährige (ein Syrer aus Linz, ein Afghane aus Wels) und ein 16-jähriger Linzer offenbar als weiterer Mittäter
- Tatzeitraum: circa fünf Monate
- Maßnahmen: Festnahmen, Einlieferung in Polizeianhaltezentrum bzw. Justizanstalt; Ermittlungen laufen weiter
Die Ermittler rekonstruierten im Zuge der Einvernahmen weitere Straftaten: Gemeinsam mit einem dritten Tatverdächtigen, einem 16-jährigen Linzer, sollen die beiden 15-Jährigen das Opfer außerdem am 5. Juli brutal ausgeraubt haben. Nach einem gescheiterten Erpressungsversuch am Grünmarkt sollen die Täter das Opfer bis zu dessen Wohnadresse gedrängt und dort weiter misshandelt haben; der 16-Jährige habe dem Jungen demnach mehrfach ins Gesicht geschlagen und auf ihn eingetreten. Weil in der elterlichen Wohnung kein Bargeld gefunden wurde, sollen die Täter drei Parfüms erpresst haben.
| Sachverhalt | Angaben |
|---|---|
| Opfer | 13-jähriger Bursch |
| Haupttatverdächtige | 15-jähriger Syrer (Linz), 15-jähriger Afghane (Wels) |
| Weiterer Verdächtiger | 16-jähriger Linzer |
| Festnahmen | Festnahme mit richterlicher Bewilligung; Einlieferung in Polizeianhaltezentrum Linz und Justizanstalt Wels |
| Tatmittel | Machete, Elektroschocker, Schläge, Drohungen |
Konsequenzen und Ausblick für Linz
Die Festnahmen und die Aufarbeitung weiterer Delikte durch die Polizei sind erste Schritte; die Ermittlungen dauern an. Für Eltern und Schulen in Linz ergibt sich daraus eine erhöhte Aufmerksamkeitspflicht: Die Taten zeigen, dass Gewalt und Erpressung auch unter Jugendlichen gravierende Formen annehmen können und Opfer über längere Zeiträume erleiden.
Behördlich bleibt zu klären, inwieweit der 16-jährige Linzer für die Straftaten verantwortlich gemacht wird und welche weiteren Delikte der Gruppe noch zugeordnet werden können. Die weiteren Verfahren liegen nun bei der Staatsanwaltschaft und der Jugendgerichtsbarkeit. Für die betroffene Familie bedeutet der Vorgang eine langwierige Auseinandersetzung mit den Folgen der Gewalt, für die Stadt Linz stellt er eine Belastungsprobe für Prävention und Jugendbetreuung dar.
Die Polizei ruft dazu auf, Beobachtungen und Hinweise zu der Gruppe weiterhin zu melden, damit laufende Ermittlungen vollständig abgeschlossen werden können.