Im größten Feuerwehreinsatz, den die Steiermark je erlebt hat, ist die Ursache des Waldesbrands nördlich von Graz nun geklärt: Die zuständige Brandermittlerin des Bezirkspolizeikommandos Graz-Umgebung hat die Ermittlungen zum Ausbruch am Mühlbachkogel in der Gemeinde Gratwein-Straßengel abgeschlossen. Dem Abschlussbericht zufolge lösten offenbar Forstarbeiten das Feuer aus; vier männliche Beschäftigte werden angezeigt.
Was die Ermittlungen ergeben haben
Nach Angaben der Behörden brach das Feuer am 25. April gegen Mittag aus. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs war im Auftrag der Waldbesitzer eine Firma mit forstwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 49 Jahren sollen Jungbäume von Ästen befreit haben. Die Ermittlungen kommen zu dem Schluss, dass die Männer fahrlässig gehandelt haben könnten; Hinweise auf ein vorsätzliches Delikt oder Brandstiftung wurden nicht festgestellt. Die Polizei übermittelte den Abschlussbericht zur rechtlichen Prüfung an die Staatsanwaltschaft Graz.
„Brand aus“
Der Feuerwehreinsatz begann unmittelbar nach einer Beobachtung durch Wanderer, die das Feuer entdeckten und die Einsatzkräfte alarmierten. Unter schwersten Bedingungen waren Einsatzkräfte aus dem ganzen Bundesland im Dauereinsatz; erst am 11. Mai konnte die Einsatzleitung den Status „Brand aus“ melden.
Ausmaß des Schadens und Einsatzbelastung
Die Dimension des Brandes zeigt sich an den Einsatzzahlen und der betroffenen Fläche: Über 17 Tage kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen, insgesamt waren mehr als 2.500 Helferinnen und Helfer aus verschiedenen Organisationen beteiligt. Drei Personen wurden verletzt. Die verbrannte Fläche wird in der Berichterstattung mit rund der Größe von 100 Fußballfeldern verglichen.
- Dauer: 17 Tage
- Einsatzkräfte: mehr als 2.500
- Verletzte: 3
- Betroffene Fläche: etwa 100 Fußballfelder
- Tatverdächtige: 4 Forstarbeiter (22–49 Jahre)
| Datum des Ausbruchs | 25. April (gegen 12 Uhr) |
|---|---|
| Einsatzende (Brand aus) | 11. Mai |
| Dauer | 17 Tage |
| Eingesetzte Helfer | mehr als 2.500 |
Konkrete Bedeutung für den Bezirk
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Gratwein-Straßengel und angrenzenden Gemeinden bedeutet der Vorfall mehrere konkrete Folgen: Zum einen sind großflächige Waldschäden zu erwarten, die langfristige Auswirkungen auf Erholung, Forstwirtschaft und die ökologische Stabilität der Hangflächen haben können. Zum anderen zeigt der Fall die rechtlichen Risiken bei forstwirtschaftlichen Tätigkeiten: Bei nachweislich fahrlässigem Verhalten drohen strafrechtliche Anzeigen wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst (§ 170 StGB), wie im vorliegenden Fall geschehen.
Die Ermittlungsunterlagen sind nun Teil des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Graz. Weitere Schritte — etwa zivilrechtliche Schadensersatzforderungen oder behördliche Maßnahmen zur Wiederaufforstung und Erosionsprävention — hängen von den Ergebnissen der juristischen Prüfung und der Anschlussmaßnahmen der Waldbesitzer und Behörden ab.
Für Waldbesitzer, Forstbetriebe und Beschäftigte bleibt dieser Fall eine deutliche Mahnung: Gerade bei Arbeiten in Trockenperioden gelten erhöhte Vorsichtsmaßnahmen. Eine genaue Prüfung der Arbeits- und Sicherheitsvorkehrungen wird voraussichtlich Folgen für betriebliche Standards und Auflagen in der Region haben.