Die anhaltende Trockenheit hat in Teilen des Bezirks Deutschlandsberg sichtbare Spuren auf den Wiesen hinterlassen. Landwirte berichten von stark ausgedorrten Flächen und deutlich verminderten Erträgen beim ersten Schnitt des Jahres. Die Probleme betreffen vor allem Grünlandbetriebe in der südweststeirischen Region und haben unmittelbare wirtschaftliche Folgen für Hof und Tierhaltung.
Unterschiedliche regionale Auswirkungen
Anhaltende Trockenheit und Hitze führen zu einem ungleichmäßigen Grünlandwachstum: Auf Südhängen meldete ein Landwirt aus Großklein beim ersten Schnitt etwa 50 Prozent Minderertrag, auf anderen Hängen waren es rund ein Drittel weniger. Ein weiterer Betriebsleiter aus Trahütten rechnet insgesamt mit etwa 25 Prozent Einbußen auf seinen Flächen, die teils ein- bis dreimal gemäht werden.
Futterversorgung und wirtschaftliche Folgen
Weniger Ertrag bedeutet für viele Betriebe, dass sie in diesem Jahr weniger Heu oder Silage zum Verkauf oder zur eigenen Fütterung zur Verfügung haben. Das wirkt sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit kleiner und mittlerer Betriebe aus: niedrigerer Verkaufserlös, höhere Beschaffungskosten für zugekauftes Futter und erhöhtes Managementrisiko in den kommenden Monaten.
- Direkte Ertragsverluste: Berichte über 50 Prozent auf Südhängen, ein Drittel auf anderen Hängen, rund 25 Prozent bei einigen Bergbauern.
- Regionale Unterschiede: Höher gelegene Flächen und nördlich orientierte Lagen sind weniger stark betroffen.
- Antwortmaßnahmen: Bildung von Futterreserven und Anpassung der Bewirtschaftung stehen im Raum.
Ein Landwirt aus dem höher gelegenen Bereich nahe Osterwitz schildert die Lage als Ausnahme: Die nördliche Lage und Schneefall Anfang Mai sorgten dort für eine normale erste Mahd, sodass für den zweiten Schnitt Anfang August derzeit eine bessere Ausgangslage besteht. Solche Höhen- und Lagenunterschiede verdeutlichen, wie stark lokale Standortfaktoren die Folgen von Wetterextremen determinieren.
„Heuer werden wir aufgrund des Ertrags sicher weniger verkaufen können, als sonst“,
fasst ein betroffener Landwirt die Situation zusammen. Ein anderer ergänzt: „Wir müssen schauen, wie wir in Zukunft mit solchen Wetterextremen umgehen können. Wir überlegen uns nun Futterreserven zu bilden, um in Jahren wie diesen jonglieren zu können.“ Diese Aussagen zeigen, dass neben kurzfristigen Anpassungen auch längerfristige Strategien für Futter- und Risikomanagement diskutiert werden.
Ausblick und Hinweise für Betroffene
Die Landwirtschaftskammern im Bezirk warnen, dass der Regen der letzten Wochen viele Schäden nicht mehr ausgleichen könne: Ausgetrocknetes Gras könne nicht schnell genug nachwachsen, sodass Ertragslücken bestehen bleiben. Besonders betroffen sind Grünlandflächen und in bestimmten Schottergebieten auch Maiskulturen.
Für Landwirtinnen und Landwirte im Bezirk ergibt sich daraus unmittelbar Folgendes:
- Überprüfung der eigenen Futterreserven und frühzeitige Planung für Zukauf, um Preisspitzen zu vermeiden.
- Abklärung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten durch die Kammer und regionale Beratungsstellen.
- Prüfung standortspezifischer Bewirtschaftungsänderungen (z. B. mulchen, angepasste Schnittzeitpunkte, alternative Futterkulturen) in Abstimmung mit Fachberatern.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher im Bezirk dürfte die Dürre kurzfristig vor allem über mögliche Preisschwankungen bei regionalen Futter- und Lebensmittelerzeugnissen spürbar werden, langfristig beeinflussen anhaltende Trockenperioden die Struktur der Betriebe und die regionale Landwirtschaftsplanung.
| Betriebsbeispiel | Ort | Gemeldeter Minderertrag (erster Schnitt) |
|---|---|---|
| Michael Muster | Großklein | ~50 % (Südhänge), ~33 % (andere Hänge) |
| Alois Kiegerl | Trahütten | ~25 % |
| Franz Hammer | Osterwitz (>1100 m) | Normale erste Mahd (Ausnahme) |
Die dokumentierten Fälle zeigen, dass lokale Unterschiede im Mikroklima, in der Exposition und in der Höhenlage entscheidend sind. Die Bezirkskammer und regionale Berater werden in den kommenden Wochen voraussichtlich verstärkt Information und Unterstützung anbieten, damit Betriebe kurzfristig handlungsfähig bleiben und längerfristig resilienter werden können.
Redaktionelle Hinweise: Die Angaben beruhen auf schriftlich und mündlich übermittelten Eindrücken mehrerer Landwirte sowie Stellungnahmen der Kammervertreter aus Deutschlandsberg und Leibnitz. Konkrete wirtschaftliche Auswirkungen variieren je Betrieb und werden von weiteren Faktoren wie Futterpreisentwicklung und möglichen Fördermaßnahmen beeinflusst.