Ein Archiv wächst: Von privater Initiative zur regionalen Ressource
Eine ursprünglich privat gestartete Sammlung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Informationsquelle für den Bezirk entwickelt: Die Momentothek Oberwart dokumentiert historische Fotografien, Postkarten, Zeitungsartikel und weitere Schriftstücke aus Oberwart und St. Martin/Wart. Träger der digitalen Plattform ist der Initiator Tillfried Schober, der einen Großteil der Arbeit in Recherchen, Digitalisierung und Annotation investiert hat.
Bestand, Nutzung und Reichweite
Aktuell umfasst die Sammlung mehr als 9.000 Objekte. Die Plattform wird nach eigenen Angaben intensiv genutzt: Im Schnitt werden etwa 150.000 Zugriffe pro Monat registriert. Nutzerinnen und Nutzer kommen nicht nur aus dem Burgenland, sondern aus zahlreichen Ländern weltweit – darunter die USA, China, Südamerika und Skandinavien. Besonders auffällig ist, dass viele ehemalige Oberwarterinnen und Oberwarter sowie ihre Familien im Ausland die Momentothek als Verbindung zur Herkunft nutzen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Bestand | mehr als 9.000 Objekte |
| Durchschnittliche Zugriffe | ca. 150.000 pro Monat |
| Hauptnutzerregionen (Beispiele) | USA, China, Südamerika, Skandinavien |
Bedeutung für Forschung und Erinnerung
Die Sammlung dient verschiedenen Nutzergruppen: Sie ist eine Quelle für Heimat- und Familienforschung, ein Recherchetool für Medien sowie ein Materialpool für Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Wesentlicher Mehrwert entsteht durch die begleitende Dokumentation: Viele Einträge sind mit detaillierten Angaben zu Gebäuden, Straßennamen, Personen oder historischen Ereignissen versehen, wodurch die Bilder über reine Anschauungsobjekte hinaus kontextualisiert werden.
Partizipation und lokale Vernetzung
Die Momentothek lebt vom Mitmachen. Privatpersonen und Institutionen liefern Materialien oder ergänzende Informationen, die dann digital aufbereitet werden. Diese Form der Bürgerbeteiligung stärkt die lokale Erinnerungsarbeit und fördert die Sichtbarkeit regionaler Geschichte auch außerhalb der Gemeindegrenzen.
Was bedeutet das für Menschen im Bezirk?
- Historische Recherche: Familienforscherinnen und -forscher finden Foto- und Dokumentenbestände, die oft sonst nur analog und lokal zugänglich wären.
- Bildungsnutzung: Schulen und Lehrende können regionalhistorisches Material für Unterricht und Projekte verwenden.
- Erinnerungspflege: Ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner im Ausland behalten über die Plattform Kontakt zur Heimat.
Die Momentothek ist damit nicht nur ein digitales Archiv, sondern ein aktives Instrument zur Bewahrung und Vermittlung regionaler Identität. Durch die Kombination aus Bestandsaufbau, sorgfältiger Recherche und öffentlicher Teilhabe wächst die Sammlung stetig weiter und bleibt für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich.