In der Altstadt von Gmunden erinnert nur noch die Baustelle an den schweren Brand, der in der Nacht vom 5. auf den 6. November im Dachboden einer historischen Villa an der Esplanade ausgebrochen war. Das Haus, errichtet 1897, erlitt erhebliche Schäden: Dachstuhl und das darüberliegende Geschoß wurden völlig zerstört, darunterliegende Etagen stark in Mitleidenschaft gezogen.
Ermittlungsstand und Einstellung des Verfahrens
Die Staatsanwaltschaft Wels hat nach Angaben einer Sprecherin den Verdacht gegen den bislang einzigen Beschuldigten fallengelassen. Ein damals in dem Gebäude anwesender 31-jähriger Staatsbürger Rumäniens war fünf Wochen nach dem Brand ins Visier der Ermittler geraten. Er nutzte sein Aussageverweigerungsrecht; zu den Vorwürfen machte er keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sich der Tatverdacht gegen diese Person nicht erhärten ließ und das Verfahren eingestellt wurde. Parallel dazu läuft die Fahndung gegen Unbekannt weiter.
„Das Verfahren wurde eingestellt. Es wird aber weiterhin gegen Unbekannt ermittelt“, sagte Kerstin Kutsam von der Staatsanwaltschaft Wels.
Baulicher Zustand und laufende Arbeiten
Vor Beginn jeder Sanierung waren umfangreiche Trocknungsarbeiten erforderlich: Mauerwerk und Holztramdecken hatten durch das Löschwasser erhebliche Feuchtigkeit aufgenommen. Inzwischen wurde der Dachstuhl neu errichtet und das Obergeschoß wiederaufgebaut. Die darunterliegenden, durch Feuer und Wasser stark betroffenen Stockwerke bedürfen noch aufwendiger Sanierungen.
- Datum des Brandes: Nacht vom 5. auf den 6. November
- Errichtungsjahr des Hauses: 1897
- Ermittlungsstand: Verfahren gegen einzelnen Verdächtigen eingestellt; Ermittlungen gegen Unbekannt laufen
- Sanierung: Trocknung, Dachstuhl-Neubau abgeschlossen, weitere Etagen in Bearbeitung
Das für die Wiederherstellung beauftragte Unternehmen aus Wien betont, dass bei den Arbeiten der respektvolle Umgang mit dem historischen Gebäude Vorrang habe: Man wolle den besonderen Charakter der Villa bewahren und das Bauwerk als Stadtgeschichte sichern.
Konsequenzen für Anrainer und Denkmalpflege
Für Bewohner und Besucher der Gmundner Altstadt bedeutet die Baustelle längere Bautätigkeit in einem sensiblen stadtbildprägenden Bereich. Aus fachlicher Sicht sind Trocknungsphasen und die Sanierung von durch Löschwasser beschädigten Bauteilen zeit- und kostenintensiv; daraus ergeben sich teils lange Sperr- und Erschwerniszeiten am Objekt. Für den Denkmalschutz ist die Rehabilitation eines Hauses aus dem 19. Jahrhundert von Bedeutung, weil solche Bauten das historische Erscheinungsbild der Esplanade prägen.
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Brandzeitpunkt | Nacht 5.–6. November |
| Ursprung des Feuers | Brand im Dachboden, fahrlässig/absichtlich ungeklärt |
| Strafverfahren | Verfahren gegen Einzelnen eingestellt; Ermittlungen gegen Unbekannt |
| Bauarbeiten | Dachstuhl neu errichtet; oberes Geschoß wiederaufgebaut; darunterliegende Etagen in Sanierung |
Die Einstellung des Verfahrens gegen den einzigen namentlich genannten Verdächtigen bedeutet nicht das Ende der Untersuchungen: Die Justiz hält die Möglichkeit weiterer Ermittlungen offen, solange die Täterfrage nicht abschließend geklärt ist. Für die Stadt Gmunden steht gleichzeitig die Aufgabe an, das beschädigte historische Bauwerk so zu restaurieren, dass es langfristig dem Stadtbild erhalten bleibt.