Care-Themen im Fokus: Veranstaltung im Jenbacher Somweberhaus
Die Reihe der Care-Gipfel der SPÖ-Frauen machte Station in Jenbach. Veranstaltungsort war das Somweberhaus, wo sich Expertinnen, Vertreterinnen der Partei und lokale Mandate trafen, um die Bedeutung unbezahlter Sorgearbeit und die damit verbundenen sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu erörtern. Grundlage der Diskussion bildet der von Land Tirol in Auftrag gegebene Gleichstellungsbericht.
Im Eröffnungsteil übernahmen Gemeinderat Patrick Fragner und die Bezirksvorsitzende, Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl, die Begrüßung. Auf dem Podium standen neben der SPÖ-Landesfrauenvorsitzenden NRin Selma Yildirim und Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss weitere Fachleute: Kathrin Heiss (Leiterin Opferschutz bei lilawohnt) und Dr. Angelika Bader (Frauengesundheitszentrum Innsbruck). Ebenfalls anwesend war der Jenbacher Vizebürgermeister Christian Wirtenberger.
Kernthemen und lokale Zahlen
Die Diskussion machte deutlich, dass Care-Arbeit nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet wird und dies sowohl soziale als auch ökonomische Konsequenzen hat. Aus dem Vortrag wurden folgende Zahlen genannt:
- 81 % der häuslichen Pflege in Tirol werden demnach von Frauen getragen.
- Im Bezirk Schwaz liegt das mittlere Jahreseinkommen bei Männern bei 42.238,- Euro, bei Frauen bei 24.274,- Euro.
„Ohne Frauen läuft gar nichts!“, erklärte NRin Selma Yildirim und betonte damit die zentrale Rolle unbezahlter Arbeit.
Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss hob hervor, dass die Wertschätzung und Wahrnehmung weiblich dominierter Tätigkeiten in der öffentlichen Diskussion weiterhin nachrangig sei. Sie wies außerdem auf ökonomische Effekte hin: Die Volkswirtschaft profitiere in erheblichem Maße von unbezahlter Arbeit, die Lasten aber trügen überwiegend Frauen.
Folgen für Jenbach und den Bezirk Schwaz
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Schwaz haben die angesprochenen Probleme konkrete Auswirkungen: Einkommensungleichheit wirkt sich auf Pensionsansprüche, Lebensstandard und finanzielle Sicherheit aus; die Verteilung von Betreuungsaufgaben beeinflusst Erwerbsbiografien. Auf kommunaler Ebene bedeuten diese Feststellungen, dass Politik und lokale Dienste ausgestaltet werden müssen, um Betreuungsaufwand zu verringern und berufliche Chancen für Frauen zu verbessern.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Anteilswert häusliche Pflege (Tirol) | 81 % weiblicher Anteil |
| Mittleres Jahreseinkommen Männer (Bez. Schwaz) | 42.238,- € |
| Mittleres Jahreseinkommen Frauen (Bez. Schwaz) | 24.274,- € |
Die Veranstaltung machte deutlich: Neben politischer Rahmensetzung kommt es ebenso auf veränderte Alltagspraktiken an. Beteiligte forderten eine stärkere Einbindung von Männern in Care-Aufgaben und strukturelle Maßnahmen zur Anerkennung und Entlastung von Pflegenden. Konkrete Beschlüsse oder Maßnahmen auf Gemeindeebene wurden vor Ort nicht verkündet; die Initiative dient derzeit der Sensibilisierung und dem fachlichen Austausch.
Die Care-Gipfel-Reihe soll laut Veranstalterinnen weitergeführt werden, um das Thema in mehreren Bezirken zu verankern und politische sowie gesellschaftliche Debatten anzuregen.