Akute Niedrigwasserlage am Großen Kamp
Die anhaltende Hitzeperiode hat im Einzugsgebiet des Großen Kamp zu einem drastischen Rückgang der Wassermengen geführt. Im Bereich Jettsdorf (Bezirk Tulln), einem Abschnitt, der auch für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Krems von Bedeutung ist, ist der Fluss stellenweise nahezu trocken gefallen. Dort, wo sonst Wasser fließt, klaffen inzwischen trockene Flussbetten.
Um den schlimmsten Folgen — insbesondere einem großflächigen Fischsterben — vorzubeugen, hat die Bezirkshauptmannschaft Krems das Energieunternehmen EVN um Unterstützung gebeten. Das Unternehmen erhöhte daraufhin die Wasserabgabe aus dem Stausee Ottenstein.
Welche Maßnahmen wurden gesetzt?
Gemäß den verfügbaren Informationen wurde die Durchflussmenge erhöht: Statt zuvor 1.400 Liter pro Sekunde fließen nun 2.000 Liter pro Sekunde in den Kamp. Rund 36 Stunden nach der Erhöhung erreichte das zusätzliche Wasser den betroffenen Abschnitt und sorgte dort für eine spürbare, wenn auch nur vorübergehende Entspannung.
| Parameter | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Abgabemenge aus Stausee Ottenstein | 1.400 l/s | 2.000 l/s |
| Reaktionszeit | ~36 Stunden bis zum betroffenen Abschnitt | |
Warum reicht das nicht?
Trotz der erhöhten Abgabe bleibt die Situation angespannt. Experten führen das auf mehrere Faktoren zurück:
- Die anhaltende Hitze führt zu starker Verdunstung, wodurch zusätzlich Wasser verloren geht.
- Der Kamp wird an einer Wehranlage auf zwei Gerinne aufgespalten (Großer Kamp und Mühlkamp), sodass in manchen Abschnitten nur noch sehr wenig Wasser ankommt.
- Die derzeitigen Wetterprognosen sagen kurzfristig keinen nennenswerten Niederschlag voraus.
Regionale Auswirkungen
Die Niedrigwasserproblematik beschränkt sich nicht auf den Kamp. Auch andere niederösterreichische Flüsse, etwa Pielach und Traisen, führen so wenig Wasser, dass die Lage für Fische und die lokale Gewässerökologie gefährlich ist. In mehreren Regionen haben Betreiber von Kleinwasserkraftwerken bereits freiwillig zusätzliche Wasserabgaben geleistet, um akute Schäden zu verringern.
Hinweise aus weiteren Berichten zeigen, dass die Trockenheit in der Region großflächig ist: In Teilen Rumäniens ist der Donau-Pegel derzeit auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken, was die europaweite Dimension der Trockenperiode verdeutlicht.
Langfristige Perspektiven und lokale Relevanz
Fachleute gehen davon aus, dass Hitzewellen und Trockenperioden künftig häufiger auftreten könnten. Maßnahmen, die zunehmend diskutiert werden, umfassen Renaturierung von Gewässern, vermehrten Uferbewuchs und das Anpflanzen von schattenspendenden Bäumen, um Verdunstung zu reduzieren und biologische Lebensräume zu stabilisieren. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Krems bedeuten diese Entwicklungen, dass lokale Behörden, Wassernutzer und Betreiber von Wasserkraftanlagen künftig enger kooperieren müssen, um Ökologie und Versorgung zu sichern.
Für den Alltag vor Ort sind folgende Punkte wichtig:
- Auf Hinweise der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde achten (Sperren, Schutzhinweise für Gewässerzugang).
- Wasserressourcen sparsam verwenden, wo möglich.
- Fischsterben oder illegale Eingriffe in Gewässer umgehend melden.
Die aktuelle Lage bleibt dynamisch. Kurzfristig kann die erhöhte Abgabe aus dem Stausee Ottenstein lokal Erleichterung bringen, langfristig sind aber weitergehende Maßnahmen und Beobachtung notwendig, um wiederkehrende Niedrigwasserereignisse zu dämpfen.