In der Wohnanlage Draulände (Hausnummern 16, 18 und 20) in Spittal an der Drau regt sich Widerstand gegen ein Bauvorhaben, das nach Angaben mehrerer betroffener Anrainer einen bisher genutzten Grünraum zerstören würde. Konkret planen Projektträger demnach den Bau einer großflächigen Padel-Tennis-Anlage, die nach Aussagen der Bewohner rund 2.000 Quadratmeter versiegeln soll.
Was die Anrainer befürchten
Mehrere Bewohner (der Redaktion sind die Namen bekannt) berichten von Verunsicherung und fehlender Kommunikation: Sie hätten erst aus Medienberichten von dem Vorhaben erfahren. In den vorgebrachten Einwänden stehen drei Hauptpunkte im Vordergrund:
- Verlust einer langjährig genutzten Naherholungsfläche und negative Folgen für die Wohnqualität;
- mögliche Auswirkungen auf ein nahegelegenes Natura-2000-Schutzgebiet und damit verbundene Fragen zum Artenschutz;
- Lärm-, Licht- und Verkehrsbelastungen durch Betrieb und Besucherströme, die vor allem die Nordseite der Wohnanlage betreffen sollen (Schlafräume, Neugeborene, Schulkinder, ältere Menschen).
Eine Bewohnerin bringt die Sorge auf den Punkt: Die bisherige Aussicht auf Vegetation werde durch eine Sporthallenfassade ersetzt, und mit ihr verschwinde für die Mieter ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität im Wohnumfeld.
„Unser Naherholungsgebiet wird gerodet und rund 2.000 Quadratmeter werden versiegelt – für eine große Padel-Tennis-Anlage. Mit der Ruhe ist es aus unserer Sicht vorbei.“
Stadt reagiert: Anliegen werden ernst genommen
Die Stadtverwaltung von Spittal hat gegenüber MeinBezirk erklärt, die Anliegen der Anrainer würden ernst genommen und geprüft. Konkrete Schritte wie Umweltverträglichkeitsprüfungen, Lärmgutachten oder Verfahrensschritte zur Bürgerbeteiligung wurden in der vorliegenden Meldung nicht detailliert genannt. Für Anrainer bleibt daher offen, ob und in welchem Umfang Auswirkungen auf das nahe Vogelschutzgebiet formal untersucht werden.
Konkrete Folgen für die Nachbarschaft
Für die betroffenen Bewohner bedeuten Bau und Betrieb der Anlage mehrere unmittelbar spürbare Veränderungen:
- Verringerung von Grünraum und damit weniger Fläche für Freizeit und Aufenthalte im Freien;
- weitere Versiegelung, die lokal das Mikroklima und die Regenwasserableitung beeinflussen kann;
- erhöhtes Verkehrsaufkommen bei An- und Abreisezeiten sowie mögliche Parkdruckeffekte in der Umgebung;
- Lärm- und Lichtimmissionen, die besonders in den Abendstunden die Ruhe stören können.
| Aspekt | Konkrete Sorge |
|---|---|
| Fläche | Rund 2.000 m² Versiegelung |
| Schutzgebiet | Nähe zu Natura-2000/Vogelschutz — Prüfbedarf |
| Lärm & Licht | Belastung für nordseitige Schlafzimmer, Kinder und ältere Bewohner |
Wie es weitergeht — was Anrainer wissen sollten
Ob und in welcher Form das Projekt realisiert wird, hängt von mehreren formalen Prüfungen und Entscheidungen ab. Für die Bewohner sind insbesondere die folgenden Punkte relevant:
- Erkundigen Sie sich bei der Stadtverwaltung nach dem aktuellen Stand des Bebauungs- bzw. Flächenwidmungsverfahrens und ob ein Öffentlichkeitsverfahren vorgesehen ist.
- Fragen Sie nach Umweltprüfungen, insbesondere zur Auswirkungen auf das nahe Natura-2000-Gebiet sowie zu geplanten Lärm- und Lichtschutzmaßnahmen.
- Sammeln und dokumentieren Sie eigene Beobachtungen (z. B. Verkehrsdichte, nächtliche Belästigung), um sie in etwaigen Beschwerde- oder Einwendungsverfahren nutzen zu können.
Die Debatte um die Padel-Halle in der Draulände steht exemplarisch für einen häufigen Konflikt in wachsenden Gemeinden: die Abwägung zwischen Freizeitangeboten und unmittelbarer Wohn- und Naturnähe. Entscheidend wird sein, wie transparent Planungsprozesse geführt werden und ob technische und ökologische Maßnahmen gefunden werden, die die Belange der Anwohner und des Schutzgebiets angemessen berücksichtigen.
Kontakt: Zuständige Stellen der Stadt Spittal an der Drau beantworten Auskünfte zum Planungsverfahren; betroffene Anrainer können schriftliche Einwendungen im Rahmen der vorgesehenen Verfahren einbringen.